Brustkrebsvorsorge (2): FPÖ-Initiative gegen Verschlechterung

Strutz: Protest gegen den Plan des Gesundheitsministeriums und des Hauptverbandes, die Brustkrebsvorsorge neu zu ordnen

Wien (OTS) - Zentrum der Kritik sei, so der freiheitliche NAbg.
Dr. Martin Strutz, dass das Gesundheitsministerium gemeinsam mit dem Hauptverband plane, Frauen zwischen 50 und 70 in ein neues Brustkrebs-Screeningprogramm einbezubeziehen. Für ältere und jüngere Frauen sei demnach keine Vorsorge geplant, kritisierte Strutz.

Überdies, so Strutz, solle nur die Mammografie durchgeführt werden. Die in vielen Fällen notwendigen ergänzenden Ultraschalluntersuchungen sowie Tastbefunde seien nur in Ausnahmefällen (5 Prozent) zugelassen. Überdies wolle das Ministerium nur eine kleine Zahl von Röntgeninstituten für das Screeningprogramm zulassen. "Zahlreiche Radiologen und Fachärzte wären von der Brustkrebsvorsorge ausgeschlossen. Für dieses Vorhaben wurde das Ministerium auch von internationalen Experten kritisiert", so Strutz.

"Es handelt sich um eine typische EU-Aktion. Alles zentralisieren, alles über einen Kamm scheren", kritisierte Strutz. Es werde nicht beachtet, dass Österreich bereits einen hohen Standard bei der Brustkrebsvorsorge habe. Österreich werde hier völlig ohne Not mit anderen Ländern, die dabei weit zurück hinken würden, in einen Topf geworfen, kritisierte Strutz. "Was in Bulgarien ein Fortschritt ist, wäre für Österreich ein gesundheitspolitischer Rückschritt", so Strutz. "Wir wollen in einer solchen lebenswichtigen Frage nicht mit anderen EU-Staaten in einen Topf geworfen werden. Nur weil andere Länder weniger Versorgungsqualität haben, wollen wir nicht unseren Standard herunterdrücken", betonte Strutz, für den jeder zu spät entdeckte Brustkrebsfall einer zu viel ist! "Es gibt ohnehin schon ein Stadt-Land-Gefälle. Am Land erkranken mehr Frauen, weil der Zugang zu Untersuchungen schwerer ist. Jetzt will der Minister zusätzlich das Angebot noch verknappen", zeigte Strutz auf.

Dank der Vorsorge und der verbesserten Behandlungsmöglichkeiten sei die Brustkrebssterblichkeit von über 25% in den letzten 20 Jahren auf 17% zurück gegangen. Dieses Rad dürfe man nicht zurück drehen, sondern im Gegenteil, müsse diese Rate weiter nach unten gedrückt werden, so Strutz.

"Jede Frau die an Brustkrebs stirbt ist eine zuviel. Es ist ein völlig falscher Weg bei der Vorsorge zu sparen. Denn abgesehen vom Leid, das ein fortgeschrittener Brustkrebs verursacht - häufig Brustamputationen - entstehen auch hohe Kosten aufgrund der dann notwendigen Chemotherapie", so Strutz, der betonte, dass die derzeit bewährte Praxis der Brustkrebsvorsorge beibehalten werden müsse. Dies bedeute regelmäßige Untersuchungen für Frauen ab 40 Jahren, mit keinen Altersgrenzen nach oben, da das Brustkrebsrisiko mit zunehmenden Alter steige, so Strutz.

Die Umstellung des Mammographiescreenings dürfe nicht als Maßnahme zur bloßen Kostenreduktion dienen, denn es sei gesundheitspolitisch unverantwortlich im Vorsorgebereich zu sparen, betonte Strutz, denn dies bedeute mehr Folgekosten bzw. mehr Todesfälle. Weiters müsse die freie Arztwahl unter Berücksichtigung von Qualitätsvorgaben und auf Grund des Vertrauensverhältnisses der Patientinnen zu Brustspezialisten uneingeschränkt bleiben, erläuterte Strutz die freiheitlichen Forderungen. Ebenso müsse die Erstellung eines Tastbefundes und im Bedarfsfalle die Durchführung eines Ultraschalles, unerlässliche Bestandteile des künftig bundesweiten Modells bleiben", betonte Strutz.

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