AGES: Produktwarnung Käselaib "Nazareth Classic"

Wien (OTS) - Die AGES gibt im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit bekannt, dass im Produkt Käselaib "Nazareth Classic" des belgischen Herstellers Belgomilk CVBA eine Kontamination mit Listerien festgestellt wurde. Das Produkt wurde somit als gesundheitsschädlich beurteilt; vor einem Verzehr der Ware wird ausdrücklich gewarnt. Das belgische Unternehmen hat am 11.05.2011 eine Rückholaktion veranlasst. Über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) wurde heute, 13.05.2011, gemeldet, dass geringe Mengen des Produkts auch nach Österreich geliefert wurde. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass betroffene Produkte bereits an VerbraucherInnen verkauft wurden, warnt die AGES im Sinne des vorsorglichen VerbraucherInnenschutzes.

Bezeichnung der Ware: Käselaib "Nazareth Classic"

Mindesthaltbarkeitsdatum: 13.05.2011 / 20.05.2011 / 15.06.2011

Hersteller: Belgomilk CVBA

Vertreiber: Lamercantile Scardovi GmbH, Wien

Diese Warnung besagt nicht, dass die Gesundheitsschädlichkeit der Ware vom Erzeuger, Hersteller, Importeur oder Vertreiber verursacht worden ist. Die AGES ersucht VerbraucherInnen, noch vorhandene betroffene Produkt keinesfalls zu verzehren, sondern umgehend zu entsorgen bzw. in der Verkaufsstelle zu reklamieren. Die amtliche Lebensmittelaufsicht der Länder überwacht die Rückholaktion und setzt erforderlichenfalls weitere Maßnahmen.

Was sind Listerien

Listerien sind hinsichtlich ihres Lebensraums anspruchslose und widerstandsfähige Bakterien. Auf Grund ihrer für Bakterien ungewöhnlichen Fähigkeit zu Wachstum bei niedrigen Temperaturen können sich Listerien auch im Kühlschrank vermehren. Lebensmittel tierischer Herkunft wie Rohmilch, Weichkäse, Räucherfisch oder rohes Fleisch und Geflügel können z. B. beim Melken und Schlachten, aber auch in der Weiterverarbeitung, verunreinigt werden.

Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Infektion meist ohne Krankheitszeichen bzw. als Durchfall. Im Allgemeinen schützt das menschliche Immunsystem ausreichend gegen schwere Krankheitsverläufe und viele Infektionen gehen praktisch unbemerkt und ohne besondere Folgen vonstatten.

Schwere Erkrankungen kommen meist nur bei immungeschwächten Menschen vor (Krebserkrankungen, bei hochdosierter Cortisontherapie usw.). Bei ihnen äußert sich eine Erkrankung in heftigen Kopfschmerzen, starkem Fieber, Übelkeit und Erbrechen. In der Folge kann es zu Hirn- bzw. Hirnhautentzündung oder einer Sepsis (Blutvergiftung) kommen, die bei rund einem Viertel der Patienten tödlich enden.

Bei Schwangeren verläuft die Erkrankung meist unauffällig, allerdings besteht die Gefahr einer Infektion des ungeborenen Kindes mit dem Risiko, dass es zu einer Früh- oder Totgeburt kommt. Infizierte Säuglinge erkranken häufig an einer Hirnhautentzündung.

Die Inkubationszeit, d. h. die Zeit zwischen der Aufnahme der Bakterien und dem Auftreten schwerer Krankheitsbeschwerden, liegt meistens bei drei Wochen. In seltenen Fällen kann die Erkrankung aber auch erst nach bis zu 70 Tagen auftreten. Wenn Beschwerden auftreten (Fieber, heftige Kopfschmerzen, Durchfall, grippeartige Symptome) sollte ein Arzt aufgesucht und auf den Verzehr eines möglicherweise Listerien-kontaminierten Lebensmittels hingewiesen werden. Der behandelnde Arzt kann dann eine Listerieninfektion in seine differentialdiagnostischen Überlegungen einbeziehen und bei Notwendigkeit einer Antibiotikabehandlung ein Antibiotikum (z. B. Amoxicillin) wählen, das auch auf Listerien optimal wirkt.

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AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
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