Banken: Rudas kritisiert "Abkassier-Mentalität" bei Gehalts-Erhöhungen - "Wo bleibt die Moral?"

Banken mit Rekordgewinnen - Spielraum für höhere Bankensteuer vorhanden

Wien (OTS/SK) - Die Banken melden Rekord-Gewinnzuwächse, sind wieder in Risiko-Investments in Osteuropa engagiert, die Gehälter der Vorstände steigen um bis zu 80 Prozent, eine Bank verdoppelte sogar die Gage ihrer Aufsichtsräte. Angesichts dessen sei das Lamento der Banken über die Bankenabgabe "völlig unangebracht", so SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas am Freitag. "Die Bankenabgabe ist der gerechte Beitrag der Banken angesichts der Staatshilfe, die sie aus Steuergeldern genommen haben. Wenn mit den Rekord-Gewinnen weiter die Manager-Gehälter, Boni und Dividenden grenzenlos erhöht werden, ist es legitim, über eine Erhöhung der Bankensteuer nachzudenken." Die Aufregung der Banken und ihrer PR-Maschinerie sei unmoralisch und unverschämt. ****

Rudas verwies auf die aktuelle Gewinnentwicklung bei den Geldinstituten:

  • Die tschechische RI-Tochter plant eine Rekord-Expansion und eine Kapitalerhöhung.
  • Uni Credit hat mit mehr als 800 Mio. Euro Nettogewinn über 50 Prozent Gewinnzuwachs zum Vorjahr.
  • Die Bank Austria konnte ihren Gewinn im ersten Quartal 2011 um 41 Prozent im Vergleich zu 2010 steigern.

Gleichzeitig sei die effektive Steuerbelastung der heimischen Banken im internationalen Vergleich ohnehin im untersten Drittel.

Massiv kritisiert die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin die Gagen-Erhöhungen im Bankenbereich. Dass etwa eine Bank, die Staatshilfe aus Steuergeldern in Anspruch genommen hat, die Gagen ihrer Aufsichtsräte verdoppelt, "sei Zeichen der Abkassier-Mentalität", so Rudas. Auch Anleger hatten in der gestrigen Aktionärsversammlung die Erhöhung als "dreist" und "unverschämt" kritisiert.

Die SPÖ werde jedenfalls beobachten, was mit den Rekord-Gewinnen der Banken geschieht und gegebenenfalls eine Erhöhung der Bankensteuer prüfen. Außerdem soll die steuerliche Absetzbarkeit von Manager-Gehältern beschränkt werden. Auch die Gruppenbesteuerung soll reformiert werden; "es kann nicht sein, dass österreichischen Steuerzahler die Verluste der Banken im Ausland finanzieren", so Rudas. (Schluss) ah/tg

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