Bundeskanzler Faymann: "Die soziale Komponente darf gerade in der Medizin nicht fehlen, denn jeder Mensch ist gleich viel wert"

Wiener Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde feiert ihr 100-jähriges Jubiläum

Wien (OTS) - "Die Wiener medizinische Schule hat weltweit immer schon einen ausgezeichneten Ruf genossen und in der Forschung eine Vorreiterrolle gespielt", sagte Bundeskanzler Werner Faymann heute auf dem Festsymposium "100 Jahre Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde" in der Wiener Hofburg. Diese Erfolgsgeschichte werde auch hundert Jahre nach der Gründung fortgeschrieben.

Die großartige Entwicklung sei aber während der NS-Zeit brutal unterbrochen worden. Viele der hier tätigen Wissenschafter und Mitarbeiter der Klinik seien vertrieben oder umgebracht worden, gleichzeitig auch Patienten zu Opfern medizinischer Versuche geworden. Das dürfe man niemals vergessen. Das betonte auch der derzeitige Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Univ. Prof. Arnold Pollak: "Nur wer seine Vergangenheit kennt, kann seine Zukunft bauen."

Es sei eine große Herausforderung gewesen, nach dem Krieg wieder an die ersten Erfolge anzuschließen, so der Bundeskanzler. Vor allem sei es schwierig gewesen, Forschung und Entwicklung finanziell wieder möglich zu machen und die positiven Ergebnisse auch umzusetzen.

Auch heute, nach der Wirtschaftskrise, müssten wieder große Anstrengungen unternommen werden, um Forschung und Entwicklung in der Kinder- und Jugendheilkunde ausreichend finanzieren zu können. "Denn statt für diesen Bereich ist viel Geld für die Rettung des Bankensektors und der Finanzmärkte aufgewendet worden", sagte Faymann. Die Politik habe hier Verantwortung für die Zukunft. "Es ist eine Frage der Menschlichkeit einer Gesellschaft, dass durch faire Verteilung ausreichend Geld für nachhaltige soziale und medizinische Anliegen zur Verfügung steht." Es ginge nicht nur um die Weiterentwicklung von Spitzenmedizin für Reiche. "Die soziale Komponente darf gerade in der Medizin nicht fehlen, denn jeder Mensch ist gleich viel wert", sagte Faymann.

Wenn man sich die Erfolgsgeschichte der Medizin in Österreich, insbesondere der Jugend- und Kinderheilkunde, anschaue, dann wisse man, wie wichtig eine langfristige Gewährleistung der Finanzmittel sei.

Eine Gesellschaft muss daran gemessen werden, wie viel Mittel für Forschung und Entwicklung im Dienste der Menschen zur Verfügung gestellt werden. Das gelte für Österreich und auch für Europa. "Für diese gesellschaftspolitischen Ziele müssen wir alle gemeinsam, unabhängig von unserer politischen Gesinnung, eintreten", sagte Faymann und dankte dem großartigen Klinikteam für seine Leistungen.

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