Ö1-Programmschwerpunkt zum "Internationalen Jahr des Waldes"

Wien (OTS) - Anlässlich des von den Vereinten Nationen für heuer ausgerufenen "Internationalen Jahres des Waldes" gestaltet die Ö1-Wissenschaftsredaktion ab 16. Mai einen Programmschwerpunkt, der zwei "Radiokolleg"- und vier "Vom Leben der Natur"-Reihen umfasst sowie zwei "Dimensionen"-Ausgaben.

Das Ziel des von den Vereinten Nationen ausgerufenen "Internationalen Jahres der Wälder" ist es, Bewusstsein und Wissen über die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung aller Arten von Wäldern zu fördern. Besonderes Augenmerk gilt dabei der großen Bedeutung nachhaltiger Waldwirtschaft für die Bekämpfung der Armut. Der Programmschwerpunkt knüpft an den Ö1-Biodiversitäts-Schwerpunkt des Jahres 2010 an und wird sich mit dem "Naturerlebnis Wald", dem Wald als Reservat der Biodiversität, wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Konflikten um den Verlust von Waldflächen und der Rolle des Waldes bzw. Waldbodens für den Klimaschutz widmen.

Die Ö1-Reihe "Vom Leben der Natur" (Mo-Fr, 8.55 Uhr) thematisiert verschiedene Aspekte des Waldes: "Die Speisekammer der Jahreszeiten -Der 'essbare Wald'" (16.-20.5.), "Mein Wald - ein privater Waldbesitzer erzählt von seinen Erfahrungen" (27.6..-1.7), "Von der Krautschicht zur Krone - die 'Stockwerke' des Waldes" (25.-29.7) und "Die Hüterinnen des Waldes - Waldameisen" (22.-26.8.).

"Der österreichische Urwald - Forschung im Urwald Rothwald in Niederösterreich" lautet der Titel der "Dimensionen" am 16. Mai (19.06 Uhr, Ö1). In Österreich liegt der größte Urwald Europas, und zwar in Niederösterreich südlich des Dürrensteins. Die 460 Hektar große Fläche in den Kalkalpen blieb in den vergangenen 12.000 Jahren vom Menschen unbehelligt. Der Urwald Rothwald steht unter strengem Naturschutz, das Wildnisgebiet fällt in die höchste Kategorie der IUCN (International Union for Conservation of Nature) und darf nicht betreten werden. Das Wildnisgebiet Dürrenstein grenzt an den Urwald Rothwald an, dort regelt ein Managementplan die Besucherzahlen. Da es nur mehr wenige Urwälder gibt, weiß man sehr wenig darüber, wie dieses natürliche System funktioniert. Wenn Bäume kleinflächig absterben, wie wirkt sich das auf die Dynamik des Waldes aus? Welche Rolle spielen Kleinsäuger in der Verjüngungsökologie? Wie unterscheidet sich der Urwald von anderen Wäldern? Die Forschung der Wiener Universität für Bodenkultur im Urwald Rothwald soll neue Befunde für die Naturwaldforschung liefern.

"Der hölzerne Patient - Waldsterben einst und heute" steht am 18. Mai auf dem Programm der "Dimensionen" (19.06 Uhr, Ö1). Die Fläche des Waldes in Österreich nimmt zu. Doch was wurde eigentlich aus dem Waldsterben der 80er Jahre? Eine der Hauptursachen, der saure Regen durch Luftschadstoffe, gilt immerhin als eines der gelösten Umweltprobleme der letzten Jahrzehnte. Doch damit ist das Waldsterben nicht gänzlich verschwunden: Viele Baumarten leiden heute unter Schädlingen und den Folgen des Klimawandels. Manche Schädlinge sind erst vor wenigen Jahren neu aufgetreten oder haben sich seither massiv vermehrt und bedrohen an manchen Standorten ganze Waldbestände. Und auch das Problem mit den Luftschadstoffen ist nicht gänzlich aus der Welt. Eine Sendung zum aktuellen Zustand der Wälder.

"Der moderne Wald - Verwaltete Ressource und geplante Wildnis" ist Thema des "Radiokollegs" von 23. bis 26. Mai, jeweils ab 9.05 Uhr in Ö1. Für viele sind Wälder Sinnbilder der "ewigen", unwandelbaren Natur. Und tatsächlich entsprechen unterschiedliche Waldtypen in weiten Teilen Europas dem natürlichen Pflanzenkleid. Die Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren, aus denen Wälder bestehen, waren und sind jedoch permanenten Veränderungsprozesse unterworfen. Der Mensch, der Stück um Stück die Landschaft erobert hat, ist der wichtigste Einflussfaktor in dieser Dynamik. Seine wirtschaftliche Tätigkeit und die wechselnden Ansprüche, die er an die ihm verfügbaren Wälder stellt, führen immer wieder zu dramatischen Veränderungen. Der heutige Waldzustand kann kaum wo als "natürlich" bezeichnet werden, sondern ist meist Ergebnis eines Jahrtausende währenden Prozesses. Die Reihe zeichnet die Geschichte des "modernen Waldes" nach und lotet aus, welche Einflussfaktoren heute wirken.

"Klingende Jahresringe" lautet der Titel des "Radiokollegs" von 30. Mai bis 1. Juni, jeweils ab 9.45 Uhr in Ö1. Viele Musikinstrumente werden aus dem "Naturwerkstoff" Holz gefertigt. Die Qualität und Beschaffenheit des Holzes trägt viel zum Klang einer Geige oder einer Gitarre bei. Geigendecken zum Beispiel werden seit Jahrhunderten aus Fichtenholz gemacht. Schon im Sommer werden die richtigen Bäume ausgesucht: Sie stehen in alpinen Lagen und zeichnen sich durch ihre Feinwüchsigkeit aus. Sie sollen gerade und langsam gewachsen sein, denn die Dichte des Holzes beeinflusst die Vibration - und damit auch den Klang des Musikinstrumentes. Wichtig für die Qualität eines "Klangholzes" ist aber auch die Trocknung und Lagerung, die etliche Jahre in Anspruch nehmen kann. Was macht Holz zum Klangholz? Kann man seine Qualität messen? Welchen Stellenwert haben exotische Hölzer? Und wie wichtig ist das richtige Holz für die "Endverbraucher", also die Musiker? Im "Radiokolleg" kommen Klangholzsäger, Holzwissenschafter und Instrumentenbauer zu Wort und es wird der Klang historischer und neuer Holzinstrumente untersucht. Nähere Informationen zum Programm von Österreich 1 sind abrufbar unter http://oe1.orf.at.

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