Greenpeace: AKW-Stresstests werden zum Bumerang im Kampf gegen Atomenergie

BM Berlakovichs unausgegorener Vorstoß führt Atomkraftkritiker in strategisches Dilemma

Wien (OTS) - Greenpeace kritisiert die starre Haltung der atomkraftfreundlichen Länder, wie Großbritannien, Tschechien oder Frankreich, im Zuge der derzeit auf EU-Ebene geführten Verhandlungen um die AKW-Stresstests. Durch diese Haltung werden strenge Sicherheitsüberprüfungen der europäischen AKW faktisch unmöglich. Die aktuelle Nicht-Einigung bei der Ausgestaltung der AKW-Sicherheitstests macht das strategische Dilemma deutlich, in das sich der österreichische Umweltminister Berlakovich mit seinem Vorstoß und Energiekommissar Öttinger gebracht haben. Wenn die EU-Kommission eine gemeinsame Lösung anstrebt, muss sie sich, damit auch die atomkraftfreundlichen Länder zustimmen, auf eine Verwässerung der Sicherheitsüberprüfungen einlassen. Kommt es zu keiner Einigung, werden Länder wie Großbritannien, Tschechien oder Frankreich ihren AKW ein Gütesiegel ausstellen und die Überprüfungen so gestalten, dass kein einziges AKW vom Netz muss.

"Kein Mensch zweifelt daran, dass sich Umweltminister Berlakovich für ein atomkraftfreies Europa einsetzen wollte. Doch diese Entscheidung liegt einfach nicht in seiner Macht. Es war ein schwerer strategischer Fehler eine unausgegorene Debatte über Sicherheitstests loszutreten, die keine rechtliche Grundlage auf europäischer Ebene haben. Die Atomindustrie hat längst begonnen den Begriff Stresstests zu verwenden, um alles beim alten lassen zu können. Die Stresstests werden zum Bumerang der Anti-Atom-Politik", erklärt Niklas Schinerl, Atomsprecher von Greenpeace.

Rückfragen & Kontakt:

Greenpeace CEE
Niklas Schinerl, Atomsprecher Greenpeace;
Tel.: 0043 664 612 67 04
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace;
Tel.: 0043 664 61267 18
melanie.beran@greenpeace.at
www.greenpeace.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001