Macht Migration krank? ÖIF präsentiert neues Dossier zum Thema Gesundheit und Migration

Sprachbarrieren, kulturelle Differenzen und mangelnde Allgemeinbildung sind Barrieren für die Gesundheitsprävention.

Wien (OTS) - Menschen mit Migrationshintergrund wissen zu wenig über das Angebot an Vorsorgemaßnahmen und vorbeugenden Untersuchungen. Sie sind weniger präventiv orientiert, gesundheitsspezifische Fachbegriffe fehlen häufig. Zu diesem Schluss kommt das aktuelle ÖIF-Dossier von Julia Mayer, MSc.

Gesundheitsrisiko Migration

Migration beeinflusst nach Erkenntnissen der WHO das Risiko zu erkranken, darüber hinaus wird auch der Zugang zu entsprechenden Therapieangeboten erschwert. Migrationsbedingte Belastungen wie etwa die Trennung von Familienangehörigen, soziale Isolation und Gewalterfahrungen wirken sich negativ auf den Gesundheitszustand aus. "Migrant/innen sind aber keineswegs per se öfter krank sind als die Mehrheitsbevölkerung" betont Studienautorin Mayer. "Diese Zielgruppe muss aber gezielt an Gesundheitsprävention herangeführt werden".

Geringe Nutzung von Präventionsmaßnahmen

Es bestehen große Unterschiede in der Nutzung von Präventionsmaßnahmen. So gehen Frauen ausländischer Herkunft seltener zu gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen als österreichstämmige Frauen. Während 76 Prozent der Österreicherinnen über 40 eine Mammografie in Anspruch nehmen, sind es bei Migrantinnen nur 55 Prozent. Auch augenärztliche und zahnärztliche Prophylaxe wird seltener genutzt, da hier hohe Selbstbehalte anfallen.

Barrieren zur Gesundheitsvorsorge abbauen

Viele Migrant/innen, besonders jene der ersten Generation verfügen nur über unzureichende oder aber gar keine Kenntnisse von gesundheitsrelevanten Begriffen. Eine weitere Hürde sind kulturelle Unterschiede zwischen Herkunfts- und Aufnahmeland. Auch religiöse Vorschriften und Riten können Barrieren zur Teilnahme an Gesundheitsmaßnahmen darstellen.

"Hier zeigt sich, dass Bildung und Spracherwerb nicht umsonst wichtige Pfeiler der Strategie des ÖIF sind. Denn nur wer sich rechtzeitig über die bestehenden Angebote informiert, kann sie auch nutzen", so ÖIF-Geschäftsführer Alexander Janda. Schlüsselpersonen, die hohes Ansehen innerhalb der Migrantengruppen genießen, sind bei der Vermittlung von Präventionsbotschaften sehr hilfreich. Bekannte Vertreter von Migrationsgruppen agieren als Vermittler/innen zwischen Anbieter/innen und Nutzer/innen.

Berufschancen im Gesundheitsbereich

Knapp 9 Prozent der Angestellten im Gesundheits- und Sozialbereich haben einen Migrationshintergrund. Berufe wie Pflegehelfer, Heimhilfe oder Krankenschwester zählen aber zu Mangelberufen am Arbeitsmarkt. Deswegen unterstützt der Österreichische Integrationsfonds gezielt Migranten bei der Ausbildung in diesen Bereichen: In Fachdeutschkursen werden zukünftige Pflegehelfer/innen für die Aufnahmeprüfung vorbereitet. Auch hier stellt Deutsch einen Schlüssel zur Integration dar.

Das gesamte ÖIF-Dossier "Migration und Gesundheit: Mögliche Wege aus dem Präventionsdilemma" steht Ihnen kostenlos als Download zur Verfügung:
http://www.integrationsfonds.at/wissen/oeif_dossier/oeif_dossiers/

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Integrationsfonds
Mag. Julian Unger
Tel: 01/710 12 03 - 136
julian.unger@integrationsfonds.at

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