Lebensstil und Prävention sind auch Fragen der persönlichen Verantwortung

ÖÄK-Präsident Dorner: Solidarität keine Einbahn - Gesundheitsvorsorge als gesellschaftliche Herausforderung

Wien (OTS) - Anlässlich des Symposiums "Lebensstil und persönliche Verantwortung" forderte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, am Donnerstagabend die Solidarität des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft ein. Jeder Mensch trage Verantwortung für sich selbst, so Dorner. "Dazu gehört auch, Erkrankungen durch einen ungesunden bzw. riskanten Lebensstil im eigenen Interesse, aber auch im Interesse der Gesellschaft tunlichst zu vermeiden", betonte der Ärztechef. Gleichzeitig sei aber die Gesellschaft - und hier speziell die soziale Krankenversicherung -gefordert, die mit einer Erkrankung schicksalshaft verbundenen Härten abzufedern. Dorner: "Man muss dabei jedoch hinterfragen, inwieweit rücksichtslose Verhaltensweisen, die eine hohe Gefahr der Selbstschädigung mit sich bringen, immer eine Verpflichtung der Solidargemeinschaft nach sich ziehen müssen." In der Folge warf der ÖÄK-Präsident die Frage auf, ob die vorhersehbaren Konsequenzen eines bewussten Raubbaus an der eigenen Gesundheit noch als schicksalshaftes Ereignis bezeichnet werden könnten.

"Prävention und Gesundheitsvorsorge sollten ein integrierter Bestandteil des Lebens werden", hielt Dorner fest. Lebensstil werde damit gleichzeitig zur universellen Herausforderung und sei daher selbstverständlich auch Teil der persönlichen Selbstverpflichtung. Allerdings würden nicht zuletzt externe Faktoren wie Bildung, sozialer und kultureller Hintergrund oder Gruppenzwang mitbestimmen, für welchen Lebensstil sich ein Mensch entscheide.

Die Autonomie des Patienten sei ohne die Möglichkeit und Fähigkeit zu "kritischer Eigenverantwortung" nicht lebbar. Es sei jedenfalls notwendig, das Spannungsfeld zwischen persönlicher Freiheit und gesellschaftlicher Solidarität auch vor dem Hintergrund der Vermeidung von Krankheiten hinsichtlich ihrer ethischen, ökonomischen und politischen Implikationen zu diskutieren. (SL)

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