Neues Volksblatt - "Frühpension" von Michael Kaltenberger

Ausgabe vom 12. Mai 2011

Linz (OTS) - Die Hacklerregelung ist in der Pensionsdebatte ein besonders heißes Eisen. Es genügt schon eine Andeutung, etwa die Forderung der designierten ÖAAB-Chefin Johanna Mikl-Leitner nach Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters, und schon ist man mitten drin im Streit. Das Erstaunliche: Sowohl die Gegner als auch die Bewahrer der Pension für Langzeitversicherte fühlen sich von Mikl-Leitner bestätigt.
Ob die Pension nach 45 Arbeitsjahren für Männer und 40 für Frauen ein wohlerworbenes Recht ist oder der Ruin für das Pensionssystem, kann hier nicht entschieden werden. Klar ist aber, dass man den Leuten nur schwer erklären kann, dass sie länger arbeiten sollen, wenn gleichzeitig über neue Frühpensionierungsaktionen bei der Bahn und in anderen Bereichen diskutiert wird. Man muss sich das vorstellen: Eine neue Frühpensionierungswelle bei der Bahn, wo das durchschnittliche Pensionsantrittsalter ohnehin bei 53 Jahren liegt!
Wann gehen die dann in Pension, mit 45? Dafür müsste der Hacklerpensionist sein ganzes Leben gearbeitet haben, vom Tag der Geburt an!
Natürlich ist die Frage, was mit den Bahn-Mitarbeitern "ohne Verwendung" geschehen soll, eine schwere. Aber einfach in Pension schicken?
Über "länger arbeiten" kann man vor diesem Hintergrund jedenfalls nicht diskutieren.

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