AGES: Produktwarnung tiefgekühlte Putenschnitzel paniert

Wien (OTS) - Die AGES gibt im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit bekannt, dass im Produkt "Putenschnitzel paniert, TK" der Firma Sprehe Geflügel und Tiefkühlkost Handels GmbH + Co. KG, Deutschland, vertrieben durch das Unternehmen AGM C&C ADEG Großmarkt AG, Lauterach, eine Kontamination mit Salmonellen festgestellt wurde. Da Salmonellen Durchfallerkrankungen auslösen können, wurde das Produkt als gesundheitsschädlich beurteilt; vor einem Verzehr der Ware wird ausdrücklich gewarnt.

Bezeichnung der Ware: Putenschnitzel paniert, tiefgekühlt

Chargennummer: 3504

Mindesthaltbarkeitsdatum: 07.2011

Hersteller: Sprehe Geflügel und Tiefkühlkost Handels GmbH + Co. KG, Deutschland

Vertreiber: AGM C&C ADEG Großmarkt AG, Lauterach

Diese Warnung besagt nicht, dass die Gesundheitsschädlichkeit der Ware vom Erzeuger, Hersteller, Importeur oder Vertreiber verursacht worden ist. Die AGES ersucht VerbraucherInnen, das betroffene Produkt keinesfalls zu verzehren, sondern umgehend zu entsorgen bzw. in der Verkaufsstelle zu reklamieren. Die amtliche Lebensmittelaufsicht der Länder setzt weitere Maßnahmen.

Was sind Salmonellen?

Salmonellen sind Bakterien, die im Darm von Tier und Mensch leben. Sie sind aber auch außerhalb des menschlichen bzw. tierischen Körpers wochenlang lebensfähig. Sonnenlicht (UV-Strahlung) beschleunigt das Absterben der Erreger. In getrocknetem Kot sind sie über 2,5 Jahre lang nachweisbar. Durch Hitzeeinwirkung sterben Salmonellen bei 55Grad C nach einer Stunde, bei 60Grad C nach einer halben Stunde ab. Als gesicherte Keimabtötung gilt ein Erhitzen auf über 70Grad C für mindestens 15 Sekunden.

Warum können sie mir gefährlich werden?

Diese Infektionskrankheit ist weltweit verbreitet, die Übertragung der Salmonellen erfolgt hauptsächlich durch den Verzehr roher oder ungenügend erhitzter Lebensmittel tierischer Herkunft (Eier, Geflügel, Fleisch und Milch). Auch selbst hergestellte Produkte, die rohe Eier enthalten wie Tiramisu, Majonäse, Cremen und Speiseeis können mit Salmonellenkeimen belastet sein. Bei älteren Personen kann eine Salmonellose durch hohen Flüssigkeitsverlust und damit verbundener Kreislaufbelastung rasch zu einem lebensbedrohenden Zustand führen. Besonders gefährdet sind neben älteren Personen vor allem Kleinkinder, Schwangere und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Welche Symptome gibt es?
Als Krankheitssymptome können bereits innerhalb weniger Stunden nach Verzehr von mit Salmonellen infizierten Lebensmitteln auftreten:
Übelkeit, Durchfall, Fieber, Erbrechen, Kreislaufbeschwerden und Bauchkrämpfe. Oft kommt ein leichter oder symptomloser Verlauf vor, der u. a. auch von der aufgenommenen Keimzahl abhängig ist. Die Symptome dauern in der Regel nur wenige Stunden oder Tage an. Meistens ist eine Therapie, die den Wasser- und Elektrolythaushalt ausgleicht, ausreichend. Patienten mit Magen-/Darmbeschwerden ohne weitere Risikofaktoren sollten nur in besonderen Fällen mit Antibiotika behandelt werden, da hiermit die Bakterienausscheidung verlängert werden kann. An Salmonellen Erkrankte dürfen während der Erkrankungszeit berufsmäßig nicht mit Lebensmitteln hantieren.

Was kann ich tun?

Lebensmittel, insbesondere Fleisch, Geflügel, Eier oder Teigwaren mit Cremefüllung, sollen gut abgekocht und im gekochten Zustand nicht über mehrere Stunden bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Großes Augenmerk muss bei der Speisenzubereitung neben der Küchenhygiene auf durchgehende Kühlung der Rohprodukte gelegt werden. Das Auftauwasser von gefrorenem Fleisch sollte sofort in den Ausguss geleert und heiß nachgespült werden. Nach dem Hantieren mit rohem Geflügelfleisch ist das gründliche Waschen der Hände unverzichtbar, bevor andere Küchenarbeiten begonnen werden. Sämtliche Arbeitsflächen und -geräte, die mit rohem Geflügel oder rohen Eiern in Kontakt waren, mit Spülmittel und heißem Wasser reinigen. Frisch zubereitete Speisen, sofern sie nicht sofort verzehrt werden, abkühlen lassen und anschließend unverzüglich im Kühlschrank aufbewahren. Salmonellen werden durch Einfrieren nicht abgetötet. In sauren Medien sterben die Salmonellen rasch ab; gebräuchliche Desinfektionsmittel töten sie innerhalb weniger Minuten.

Rückfragen & Kontakt:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer
Leiterin Unternehmenskommunikation
Tel.: +43 (0)50 555-25000
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