Senatsvorsitzende: Minister Töchterle bringt neue Chance für Universitäten

Appell an den neuen Minister, die universitäre Lehramtsausbildung zu stärken

Wien (OTS) - Die Senatsvorsitzenden der Österreichischen Universitäten haben sich am 6. Mai 2011 zu einer Sitzung an der Universität Wien versammelt. Sie freuen sich, dass das verantwortungsvolle Amt des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung dem Rektor einer österreichischen Universität anvertraut wurde. Sie betrachten es als Chance und sprechen ihm dazu ihre Glückwünsche aus.

Gleichzeitig erinnern sie den neuen Bundesminister daran, welche Überzeugungen er bisher vertrat und welche Forderungen er immer an die Bundesregierung gestellt hat. Gemeinsam mit seinen AmtskollegInnen hat er wiederholt die sich abzeichnende dramatische finanzielle Lage der Universitäten betont. Auch den Appell, dass die Universitäten für 2013 bis 2015 um 300 Millionen Euro pro Jahr mehr Geld brauchen, um auch nur den laufenden Betrieb zu erhalten, hat er mitformuliert und zum eigenen Anliegen gemacht. Die Summe wurde aus konkreten Zahlen und Kostenstellen genau berechnet. Dass der jetzt beschlossene Finanzrahmen dennoch nur marginale Erhöhungen vorsieht, ist daher ein höchst beunruhigendes Signal. Es lässt reale Budgetkürzungen von mindestens 7 bis 8 Prozent befürchten, bei einem Anwachsen der Inflation und einer Erhöhung der Studierendenzahlen sogar ca. 10 Prozent So wird ein Rückbau des Leistungsangebots unumgänglich.

Die Senatsvorsitzenden erinnern den neuen Bundesminister auch daran, dass es ihm - als Altphilologen - immer ein zentrales Anliegen war, die LehrerInnenausbildung der Sekundarstufen I und II auf Magisterniveau unter die Oberhoheit der Universitäten zu stellen. Es geht darum, die Bildung unserer Kinder nach internationalen Standards zu sichern und zu sorgen, dass die besten FachexpertInnen dafür die Verantwortung tragen. Die Erfüllung dieser Aufgabe droht aber daran zu scheitern, dass die notwendigen Mittel fehlen und die Aufwertung der Pädagogischen Hochschulen zu "Pädagogischen Universitäten" als angeblicher Königsweg begrüßt wird.

Wir appellieren daher an den neuen Bundesminister: Verfolgen Sie Ihre früheren Forderungen weiter, sorgen Sie für die Behebung der akuten Unterfinanzierung und eine verbesserte internationale Konkurrenzfähigkeit der österreichischen Universitäten und erhalten Sie die LehrerInnenausbildung an der Alma Mater!

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