Katholische Elternvereine Wiens stellen Hannes Androsch in Frage

Warum ein Bildungsvolksbegehren an den Nationalrat, wenn persönlicher Einsatz gefragt ist?

Wien (OTS) - Vorweg: Die Mitarbeiter des Bildungsministeriums, des Wissenschaftsministeriums, der zuständigen Wiener Magistrate, des Stadtschulrats für Wien sowie die Schulleitungen und die Lehrkräfte leisten hervorragende Arbeit. Unsere Schulabsolventen sind offensichtlich sehr fleißig und begehrt.

Wer sagt das? PISA? OECD Studien?

Nein, viel wesentlicher: die österreichische Jugendarbeitslosigkeit ist für 2010 auf einem Rekordtief von 7,8%. Das ist im internationalen Ranking weit unter dem Schnitt der 16 EUR-Länder und noch mehr unter jenen der EU-27. Im Vergleich dazu PISA Sieger Finnland: fast 25% Jugendarbeitslosigkeit!

Auf der Homepage der Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens steht auf Seite 1: "Mit dem aktuellen Bildungssystem erhalten junge Menschen in Österreich nicht genügend Qualifikation, um sich dauerhaft behaupten zu können."

Frage daher: Wer überprüft die Grundlage eines Volksbegehrens?

Erzielte Lorbeeren sollen aber kein gemächliches Ruhekissen werden. Die Umwelt verändert sich und es ist erforderlich im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Das erfordert klarerweise ständigen Wissenserwerb.

Frage daher: Welche konkrete Frage bei der Millionenshow beantwortet ein Volksbegehren?

Das Ziel eines Volksbegehrens ist die Initiierung von Gesetzen, Wissenserwerb erfordert Einsatz und nachhaltiges Handeln. Kein Gesetz hat je Nachhaltigkeit anordnen können, nur Ideenreichtum und die Tatkraft jedes Einzelnen sind ausschlaggebend.

Frage daher: Wie viel Tatkraft für den Einzelnen bringt ein Volksbegehren?

Österreich hat eine Regierung mit klaren Kompetenzen, vom Bundespräsidenten ernannt. Sie kann aber nicht alles alleine machen. Auf Basis von Verhandlungen der Koalitionspartner und Mitsprache vieler Nicht-staatlicher Organisationen wie zum Beispiel der Eltern-und Familiendachverbände wurden bereits wesentliche Reformvorhaben beschlossen. Deren Umsetzungen benötigen vor allem umfassende zeitraubende Mitarbeit der direkt Betroffenen wie Lehrer, Eltern und Schüler um die vielen, oft kleinen aber wesentlichen Problemstellungen zu lösen.

Frage daher: Wie viele konkrete Problemstellungen hat ein Volksbegehren schon gelöst?

Die gerade laufenden Reformvorhaben wie standardisierte Reifeprüfung, Neue Mittelschulen, Bildungsstandards, etc., sind komplexe Konzepte. Sie fußen auf korrekt zustande gekommenen Beschlüssen des Nationalrates - unserer Volksvertretung.
Frage daher: Warum verlangt ein "Volks"-Begehren nun neue Reformen?

Kurzum stellt sich die Frage für uns in Wien: Warum benötigt man nun überhaupt ein Bildungsvolksbegehren?

Rückfragen & Kontakt:

Landesverband Katholischer Elternvereine Wiens
Hr. Mag. Christian Hafner; Tel.: +43 0664 89 03 953;
Email: wien@hvkev.at; Homepage: www.hvkev.at/wien

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