"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Krasses Geldringelspiel"

Ein Finanzminister, der wie KHG 500.000 Euro in bar verschiebt, stinkt zum Himmel.

Wien (OTS) - Man stelle sich vor: Ein heimischer Staatsbürger
reist mit 500.000 Euro in bar im Koffer ein. Begründung: Die im Ausland lebende Schwiegermutter habe ihm den Batzen Geld zur Veranlagung in die Hand gedrückt. Mehr als 10.000 Euro einfach im Gepäck zu haben, ist neuerdings nicht nur verboten. Anrüchig war es schon immer: Mit reichlich Bargeld im Koffer sind Drogendealer, Waffenschieber, Mädchenhändler und Schwarzgeld-Verschieber aller Art unterwegs.
Der Landsmann, der 2005 eine halbe Million Euro in bar importierte und den Behörden jetzt die Schwiegermutter-Story auftischt, ist Karl-Heinz Grasser, damals noch Finanzminister. Just im Jahr des Bargeld-Ringelspiels verschärfte die EU die Regeln gegen Geldwäsche und machte sie unter Strafandrohung meldepflichtig. Rechtsgültig wurde das erst 2007. Ein echter KHG: Haarscharf schrammt er hier einmal mehr am Gesetz vorbei.
Endgültig eng wird es für den Mann mit dem Geldkoffer aber nun in der Kernfrage des unermüdlichen Skandal-Reigens. Für die Ermittler verdichtet sich der Verdacht, das Bargeld stamme in Wahrheit aus der Provision beim Verkauf der BUWOG. Denn ein Finanzminister, der bei 500.000 Euro eine Banküberweisung scheut wie der Teufel das Weihwasser, stinkt gewaltig zum Himmel.

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