Österreichischer Familienbund: Religions- und Ethikunterricht wichtiger denn je

Bildungsexpertin Heidi Jütte bei der parlamentarischen Enquete zum Ethikunterricht: Vermittlung von Werten ist bedeutend für die Persönlichkeitsentwicklung unserer Jugend.

Wien (OTS) - Für den Österreichischen Familienbund ist von großer Bedeutung, dass Bildung als ein lebensbegleitender Entwicklungsprozess des Menschen gesehen wird, durch den die geistigen, moralischen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten ständig weiterentwickelt und die personalen und sozialen Kompetenzen erweitert werden.

Bei Kindern sollte das in den ersten Lebensjahren vor allem innerhalb der Familie durch die liebevolle Zuwendung und das Vorbild der Eltern geschehen und später durch soziale Einrichtungen - wie den Kindergarten - ergänzt werden.

Die Fortsetzung dieser Entwicklung in der Schule ist im Schulorganisationsgesetz als ein von allen politischen Verantwortungsträgern unwidersprochenes Ziel festgehalten. Einen verpflichtenden Ethikunterricht wahlweise zum konfessionellen Religionsunterricht gibt es daher seit 14 Jahren - aber nur als Schulversuch. Dieser wurde nunmehr evaluiert und fördert laut Prof. Dr. Anton Bucher die Toleranz, senkt die Aggression und steigert die Lernbereitschaft der Schüler.

Die unterschiedlichen Zugangsweisen von konfessionellem Religionsunterricht und Ethikunterricht sollten bei solchen Zielen auch einen lebhaften Diskurs anregen. "Im Sinne der notwendigen Qualität ist allerdings ein eigenes Curriculum und die universitäre Ausbildung von geeigneten Pädagogen unumgänglich", so die Expertin des Familienbundes.

Die flächendeckende Einführung würde nach groben Schätzungen 30 Millionen Euro erfordern, darf aber eigentlich keine Frage der Kosten sein. Es sollte vielmehr eine Selbstverständlichkeit sein, dass bei der Neugestaltung der Schule, die jetzt im Gange ist, der wahlweise Religions- und Ethikunterricht zur Entwicklung einer Wertehaltung der Jugend dazugehört und indirekt den gesamtgesellschaftlichen Nutzen genauso fördert, wie der Unterricht in den Kulturtechniken.

"Je pluralistischer eine Gesellschaft ist, je weitreichender die Lebenswelten des Einzelnen mit der Globalen Welt vernetzt sind, je mehr medizinische Eingriffe möglich werden und je mehr technische und wirtschaftliche Veränderungen nur vom erzielbaren Profit abhängen, umso wichtiger wird vor allem diese Werteerziehung für die Jugend, denn letztlich hängt das Funktionieren der Demokratie unter diesen Bedingungen auf essentielle Weise von der menschlichen Reife und dem getragenen Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen ab", schloss Jütte.

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