"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Zurück zu den Wurzeln"

Den Grünen ist Essenzielles abhandengekommen: Ein unverwechselbares Profil.

Wien (OTS) - Sie sei angetan von den Umfragewerten der deutschen Grünen, ließ Öko-Frontfrau Glawischnig kürzlich wissen. Kein Wunder. An die 28 Prozent würde die Schwesterpartei derzeit einfahren. In Österreich liegen die Grünen bei elf Prozent. Und so versuchte Glawischnig in Berlin, das Erfolgsgeheimnis der Nachbarn zu ergründen. Tatsächlich ist der Hauptgrund für den hohen Zuspruch offensichtlich. Deutschlands Grüne konzentrieren sich auf ihren Gründungsauftrag - den Kampf für die Umwelt und gegen Atomkraft; und das mit energischer Sprache.
Österreichs Ökos haben dieses Thema vernachlässigt. Sie tanzten auf vielen Hochzeiten, verzettelten sich in Details. Und: So verdienstvoll es ist, Skandale aufzudecken - die Massen sind damit nicht zu begeistern. Also will Glawischnigs Truppe nun, bestärkt durch die Katastrophe von Fukushima, zurück zu ihren Wurzeln:
Umweltpartei sein. Über Nacht bringt sie das nicht auf deutsches Niveau: In Österreich gibt es kein AKW; und in das grüne Mäntelchen haben sich hier alle Parteien gehüllt. Ein banales "Nein zu Atomkraft" wird also nicht reichen. Glaubhafte Alternativkonzepte sind gefragt. Mit solchen könnten die Grünen wieder bekommen, was sie verloren haben: ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem sich punkten lässt.

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