"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Dunkle Seite des Euro"

Griechenland ist pleite. Die Folgen treffen die Wirtschaft - und die Politik.

Wien (OTS) - Es musste ein deutscher Professor nach Wien kommen,
um uns die dramatische Lage der Verschuldung Europas klarzumachen. Hans-Werner Sinn, Präsident des renommierten Münchner IFO-Instituts, analysierte den geheimen Schuldenberg (siehe Seite 11). Das heißt, geheim sind die zusätzlichen 340 Milliarden Schulden nicht. Nur unsere Politiker dachten offenbar, dass uns Steuerzahlern die ganze, sehr grausame Wahrheit nicht zumutbar ist.
Aber die Schummelei über den dramatischen Schuldenstand wird die Regierung nicht durchhalten. Und die Rache der Wähler wird schrecklich sein.
Dieses Szenario lässt sich leicht vorhersagen: Die Griechen werden ihre Schulden nicht pünktlich zurückzahlen, wir werden also auf einen Teil der Griechen-Kredite verzichten müssen. Im Wahlkampf 2013 wird die FPÖ plakativ darstellen, wie hart arbeitende Österreicher die -höflich gesagt - weniger produktiven Griechen finanzieren. Herr Strache wird das Ende dieses Abenteuers versprechen - ohne zu sagen, wie das ginge. Griechenland ist pleite, aber trotzdem können wir die Griechen nicht einfach aus dem Euro hinauswerfen.
Der Euro kommt uns noch teuer. Es wird Zeit, dass uns die Regierung diese unschöne Wahrheit klar macht.

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