Grünewald: Budgetmangel der Universitäten ist keine Übertreibung

Österreich braucht mehr Studierende um seine Rolle als Nachzügler loszuwerden.

Wien (OTS) - Der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, begrüßt die Bestrebungen von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle nach mehr Geld für die heimischen Universitäten. Gleichzeitig ortet Grünewald aber nur geringe Einsicht bei der ÖVP. Die Behauptung Töchterles, wonach man im Kampf um höhere Budgets eben zu Übertreibungen geneigt sei, stößt bei Grünewald auf Unverständnis. "Sicher sind vereinzelte Institute und Fakultäten ausreichend dotiert. Im internationalen Vergleich werden aber österreichische Universitäten von der heimischen Politik im Stich gelassen", so Grünewald und weiter: "Allein um die Betreuungsverhältnisse von Studierenden auf ein vorzeigbares Niveau zu heben, bräuchte es um mindestens 10 Prozent mehr HochschullehrerInnen. Die Investitionen pro Studierenden liegen in der Schweiz und Deutschland um das zwei-bis vierfache höher als in Österreich."

"Zudem verschweigt Töchterle, dass laut einer Studie des Rates für Forschung und Technologie in den nächsten Jahren 600 Millionen Euro für Strukturverbesserungen an den Unis notwendig sind", kritisiert Grünewald.
"Dem wissenschaftlichen Nachwuchs bieten Universitäten schon längst keine attraktiven Arbeitsplätze und beruflichen Perspektiven mehr. Schon derzeit planen die Universitäten Studierende abzubauen und arbeiten an weiteren Maßnahmen für Einsparungen.
Wenn Töchterle nun auf einmal von Übertreibungen spricht, kopiert er einfach die Argumentationen der letzten ÖVP WissenschaftssprecherInnen," sagt Grünewald.
"Ich habe Verständnis für die schwierige Situation, in der sich der Minister befindet, trotzdem muss er die Probleme beim Namen nennen und lösen. Österreich braucht mehr und nicht weniger Studierende um seine Rolle als Nachzügler in Europa loszuwerden. Dazu werden Studiengebühren sicher nicht beitragen. Die angesprochene Ausweitung von Studienbeihilfen wäre schön, ist aber unglaubwürdig. Allein um hier das Niveau europäischer Vorzeigenationen zu erreichen, wäre mehr Geld notwendig als Studiengebühren einbringen würden", analysiert Grünewald.
"Töchterle muss nun alle Themen, bei denen im Hochschuldialog allgemeiner Konsens erreicht wurde, aufgreifen. Damit wäre für den Anfang schon viel erreicht, zudem sind nicht alle Themen kostenintensiv" schließt Grünewald.

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