Österreich bei Arztprüfungen Spitzenreiter 2

Internationale Studie bestätigt hohes Qualitätsniveau - Besser als Deutschland

Wien (OTS) - Dabei müsse Österreich den internationalen Vergleich keineswegs scheuen, ergänzte ÖÄK-Bildungsreferent Peter Niedermoser:
"Während es in Österreich klar definierte, vergleichbare Bedingungen in den Bundesländern gibt, ist die Aus- und Weiterbildung in Deutschland ausschließlich Sache der Länderkammern und nicht bundeseinheitlich geregelt", hob Niedermoser einen wesentlichen Unterschied hervor. Eine übergeordnete Organisation wie die akademie der ärzte sei international einzigartig. Nicht zuletzt sei die Qualität der österreichischen Arztprüfungen auch daran ablesbar, dass europäische Fachgesellschaften ihre Prüfungen, beispielsweise im Fach Anästhesie, über die akademie der ärzte abwickeln lassen.

Vereinheitlichung bei Sonderfächern

Obwohl also das Niveau der Arztprüfungen in Österreich sehr hoch ist, gibt es in manchen Bereichen durchaus noch Aspekte, die weiter verbessert werden könnten. So sei es notwendig, die Qualitätsparameter für alle 45 Sonderfächer zu vereinheitlichen. Niedermoser: "Die Prüfungsformen, egal ob schriftlich oder mündlich, können dabei ruhig unterschiedlich sein. Wichtig ist, dass die Qualitätskriterien überall eingehalten werden, etwa in der Zusammenstellung des Fragenpools." Der Praxisbezug könne durch einen entsprechenden Prüfungsteil gehoben werden, wie das bereits in den Fächern Chirurgie und Radiologie der Fall sei. Es sei auch unerlässlich, die Bedingungen der praktischen Ausbildung in den Spitälern an die hohen Anforderungen der Prüfungen anzupassen. So gebe es in den Spitälern nach wie vor zu wenig Zeit zur Vermittlung von Ausbildungsinhalten - ein Manko, das Ausbildende wie Auszubildende gleichermaßen betreffe. "Ärztinnen und Ärzte werden durch berufsfremde Tätigkeiten wie Administration blockiert", monierte Niedermoser.

Prüfen ohne Vorwarnung?

Die beiden Studienautoren, Univ.-Prof. Martin Fischer und Markus Gulich von der deutschen Gesellschaft für Medizinische Ausbildung, erläuterten ihre Empfehlungen zur Erhöhung des Praxisbezuges und zu kontinuierlichen Prüfungseinheiten während der praktischen Ausbildung. So sei zu diskutieren, ob man mit einem Multiple Choice-Test fachärztliche Kompetenzen ausreichend abfragen könne. Der Praxisbezug könne analog zu den Fächern Chirurgie und Radiologie noch weiter erhöht werden, und auch interdisziplinäre Prüfungen können sich die Experten gut vorstellen. Und: "Es ist zu überlegen, ob man Ärzte nicht eher im beruflichen Kontext prüfen sollte anstatt sich auf eine einzige Mammutprüfung am Ende der Ausbildung zu stützen. Es geht dabei darum zu schauen: Was macht ihr? Macht ihr das auch richtig?", führte Fischer aus. Diese arbeitsplatzbezogenen Prüfungen könnten durchaus ohne Vorwarnung erfolgen, ergänzte Markus Gulich. "Die Facharzt-Prüfung selbst sollte idealerweise aus einem schriftlichen, einem praktischen und aus einem mündlichen Teil bestehen", so Gulich weiter. Beide Experten waren sich darin einig, dass der Turnus in der gegenwärtigen Form nicht mehr praktikabel ist:
"Wir plädieren für einen Facharzt für Allgemeinmedizin." (Schluss) (sl)

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