Österreich bei Arztprüfungen Spitzenreiter 1

Internationale Studie bestätigt hohes Qualitätsniveau

Wien (OTS) - Im Jahr 1999 wurde die Prüfung zum Allgemeinmediziner als wesentliches Qualitätskriterium in der Medizin eingeführt. Die Facharzt-Prüfungen folgten im Jahr 2002. Erst nach positiver Absolvierung dieser Prüfung dürfen junge Ärztinnen und Ärzte ihren Beruf selbstständig und eigenverantwortlich ausüben. Nun hat erstmals eine internationale, von externen Experten der deutschen Gesellschaft für Medizinische Ausbildung durchgeführte Untersuchung auf wissenschaftlicher Basis die hohe Qualität der österreichischen Arztprüfungen bestätigt. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch bei einem Pressegespräch präsentiert.

International Spitzenreiter

"Wir sind bei der Arztprüfung nicht nur international konkurrenzfähig, wir sind sogar Spitzenreiter", betonte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner. Bei der Begutachtung habe man Controllingmechanismen eingesetzt, die bester wissenschaftlicher Standard seien. "Es war allerdings nicht ganz einfach, ein Institut mit ausreichender Reputation und Kompetenz zu finden, das auch in der Lage war, diese schwierige Aufgabe zu erfüllen", so Dorner weiter. Die nunmehr vorliegenden hervorragenden Ergebnisse sieht der Ärztechef als Ansporn, das hohe Qualitätsniveau noch ein Stück weiter anzuheben: "Wir dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen." Dass der österreichischen Arztprüfung von anerkannten Fachleuten ein so gutes Zeugnis ausgestellt werde, bestätige einmal mehr den offensiven Weg, den die ÖÄK im Hinblick auf die medizinische Qualitätssicherung sowie die Hebung der Patientensicherheit gehe, unterstrich Dorner. Beispiele für die hohen Qualitätsansprüche seien etwa die von der akademie der ärzte betriebenen berufslebenslangen Diplomfortbildungsprogramme, die von der ÖQMed laufend durchgeführten Praxisevaluierungen sowie das von der Ärztekammer initiierte Fehlerberichts- und Lernsystem CIRSMedical. "Gleichzeitig finden wir in der Untersuchung Empfehlungen, die sich mit vielem decken, was die Ärztekammer seit Jahren fordert, wie etwa die Reform der postpromotionellen praktischen Ausbildung zur Allgemeinmedizin", hob der ÖÄK-Präsident hervor.

Empfehlenswert

"Wir können stolz darauf sein, dass wir in Österreich eine Entwicklung vollzogen haben, die anderen Ländern in Europa als Vorbild dient", schloss sich Wolfgang Routil, Präsident der akademie der ärzte, an. Die Empfehlungen, welche die Studienautoren gegeben hätten, müssten nun auf ihre Machbarkeit überprüft, in der Prüfungskommission diskutiert und nach Möglichkeit umgesetzt werden. So sei es an der Zeit, die postpromotionelle praktische allgemeinmedizinische Ausbildung grundsätzlich zu reformieren, zu vertiefen und auf mindestens fünf Jahre zu verlängern. "Ein Jahr davon sollte verpflichtend in einer Lehrpraxis absolviert werden, wie das international schon lange üblich ist", so Routil. Die jetzige Ausbildung zum Allgemeinmediziner sei einfach nicht mehr zeitgemäß. Routil: "Die Prüfung zum Allgemeinmediziner müssen derzeit auch fast alle absolvieren, die eigentlich Facharzt werden wollen. Das ist zeitraubend und kontraproduktiv, weil sich die Ausbildungszeit erheblich verlängert."

Weitere Empfehlungen betreffen den Praxisbezug bei Facharzt-Prüfungen, das Abtesten von interdisziplinären Zusammenhängen sowie die Etablierung eines kontinuierlichen Prüfungsmodus während der Ausbildung. Routil: "Im Grunde bedeutet das nichts anderes, als die Ärzte im Laufe ihrer Ausbildung regelmäßig zu prüfen und so sowohl ihre Kompetenzen als auch ihre Fortschritte kontinuierlich zu evaluieren anstatt den gesamten Stoff am Ende mit einer einzigen Mammutprüfung abzufragen. Die Methoden "miniCEX" (minimal clinical examination) und DOPS (Documentation of Procedural Skills) sind strukturierte, terminlich vereinbarte und dokumentierte praktische und theoretische Überprüfungen der Weiterbildungskandidaten im Verlauf der Weiterbildungszeit. Das wäre quasi der internationale Gold-Standard." Derzeit gebe es solche Modelle nur in einigen Kliniken in Deutschland und der Schweiz, während sie in Österreich noch nicht diskutiert würden. Routil sieht darin einen wichtigen Auftrag für die Zukunft und Weiterentwicklung der Arztprüfung in Österreich. (Forts.) (sl)

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