Fuhrmann: PISA kann für bildungspolitische Maßnahmen nicht ausschließlich als Grundlage herangezogen werden

DDr. Günter Haider in Unterausschuss des Unterrichtsausschusses zu PISA geladen

Wien (OTS/ÖVP-PK) - PISA steht nach wie vor im Kreuzfeuer der Kritik vieler Experten. Es stellen sich dabei vor allem Fragen nach der Validität der Daten sowie der Objektivität. Zudem hat sich herausgestellt, dass PISA nicht ausschließlich für wichtige bildungspolitische Maßnahmen als Grundlage genommen werden kann. Das sagte die ÖVP-Fraktionsführerin im Unterausschuss des Unterrichtsausschusses Abg. Mag. Silvia Fuhrmann anlässlich der heutigen Sitzung. Die Sitzung hat eine Spezialdebatte über das "Projekt PISA unter Berücksichtigung der Beteiligung des BIFIE sowie weitere internationale Bildungsstudien" zum Thema. Dabei war auch der Direktor des Bundesinstituts BIFIE (Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens) DDr. Günter Haider wegen der PISA-Kritik in den Unterausschuss geladen.

Laut Experten habe es bei der Stichprobe der zu testenden Schülerinnen und Schüler Ungereimtheiten gegeben. Statistische Mängel gab es auch hinsichtlich Jahrgang und Schulstufe. Insbesondere war 2000 die Stichprobe in den Berufsschulen nicht korrekt gezogen worden. "Schultypische Ergebnisse nicht ansehen zu können, halte ich für ein Problem", so die ÖVP-Abgeordnete. Von Seiten des BIFIE werde aber argumentiert, dass es aus Datenschutzgründen nicht erlaubt sei, die Daten vollständig zu veröffentlichen. "Eine Qualitätskontrolle und -sicherung muss es aber geben."

"Wird PISA objektiv seinen Zielen überhaupt gerecht?" fragt sich Fuhrmann. Die Übersetzung der "angloamerikanischen" Aufgabenbeispiele sei nicht immer eindeutig, die Schülerinnen und Schüler seien vielfach mit anderen Formulierungen vertraut. Zudem ziele der Fokus der Diskussion auf Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. "Sozialkompetenzen, ganzheitliche Bildung und die musisch-kreativen Bereiche werden gänzlich außer Acht gelassen", so Fuhrmann weiter. Die Ergebnisse aus PISA hätten zwar dazu beigetragen, dass man das österreichische Schulsystem mit anderen Ländern vergleiche und daraufhin vielfach die Gesamtschule nach dem Modell Finnlands gefordert habe - "übersehen wird dabei aber, dass Finnland die höchste Jugendarbeitslosigkeit aufweist und im Sample für Österreich weit mehr Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund einbezogen wurden als in Finnland".

"Mit Einführung der Bildungsstandards zur Qualitätssicherung im Bildungsbereich wurde eine wichtige Maßnahme gesetzt. Sie legen jene Kompetenzen fest, die Schülerinnen und Schüler bis zum Ende einer bestimmten Schulstufe vorweisen sollen. Daher stellt sich umso mehr die Frage, was PISA für die Zukunft bringen soll beziehungsweise wem PISA nützt", schloss Fuhrmann.
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