Aus- und Weiterbildung von gering Qualifizierten senkt die Arbeitslosigkeit und erhöht das Wirtschaftswachstum

Linz (OTS) - Die aktuelle Arbeitsmarktanalyse der AK
Oberösterreich deutet auf einen Aufwärtstrend auf dem oberösterreichischen Arbeitsmarkt hin. Für geringqualifizierte Arbeitnehmer/-innen bleiben die Arbeitsmarkchancen jedoch begrenzt. "Die Konjunkturerholung sollte für Investitionen in Aus- und Weiterbildungen genutzt werden", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Mit dem Strukturwandel zu einer Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften mit höherer Qualifikation. Gering qualifizierte Personen - insbesondere mit Migrationshintergrund - haben schlechtere Arbeitsmarktchancen und ein 2,8 Mal so hohes Arbeitslosigkeitsrisiko.

Nach wie vor ist der Zusammenhang zwischen der Bildung der Eltern und jener der Kinder äußerst stark ausgeprägt. So ist das Risiko von Jugendlichen, deren Eltern keine Berufsausbildung haben, selbst keine Berufsausbildung abzuschließen, fünffach erhöht.

Im Jahr 2009 zählten rund 12.000 oberösterreichische Jugendliche im Alter von 18 bis 24 Jahren zu den frühen Schulabgängern/-innen. Ihr Arbeitslosigkeitsrisiko ist dreieinhalb Mal so hoch, die Wahrscheinlichkeit, ausschließlich Hilfstätigkeiten auszuüben, vier Mal so groß und das Risiko, erst gar nicht auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, ist fünf Mal so hoch wie bei Jugendlichen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung.

"Um die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsausbildung zu verringern, müssen wir die Kernprobleme des österreichischen Bildungssystems lösen", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Das lohnt sich auch gesamtgesellschaftlich und ökonomisch: Ein/e 30-jährige/r Arbeitnehmer/-in mit Lehrausbildung verdient im Jahr um 7500 Euro mehr als ein/e Arbeitnehmer/-in ohne Lehrausbildung im gleichen Alter. "Dadurch steigen die öffentlichen Einnahmen aus Sozialversicherung und Lohnsteuer", so Kalliauer. Zudem führt eine Reduktion des Anteils früher Schulabgänger/-innen um einen Prozentpunkt zu einer Zunahme des Wirtschaftswachstums um 0,2 Prozentpunkte.

Die AK fordert, dass die Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik am Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt besser verknüpft und von der Jugend-Ausbildungsgesellschaft koordiniert wird. Um Phasen der Arbeitslosigkeit besser für Weiterbildungen nutzen zu können, soll es einen Rechtsanspruch auf Bildungskarenz und sinnvolle Angebote zum Nachholen allgemeiner schulischer und sozialer Kompetenzen geben. Unternehmen sollen Weiterbildungskonzepte für ältere Arbeitnehmer/-innen etablieren.

Alle Arbeitnehmer/-innen, also auch befristet Beschäftigte und Leiharbeiter/-innen, sollen gleichen Zugang zu betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen und ein Recht auf jährlich 35 Stunden Weiterbildung in der Arbeitszeit erhalten.

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