Atom - Rudas fordert AKW-Stresstests mit Substanz

Mildere Stresstests "Zeichen für Einfluss der Atomlobby" - Wenn Sicherheitsstandards nicht erfüllt: abschalten

Wien (OTS/SK) - Dass die angekündigten Stresstests für europäische Atomkraftwerke nun deutlich milder ausfallen sollen als geplant, kommt für SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas einer "Verhöhnung der europäischen Bevölkerung" gleich. "Immerhin geht es hier um die Sicherheit der europäischen Bürger. Es geht um Menschenleben und Gesundheit. Beide dürfen wegen wirtschaftlicher Interessen nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. Es braucht Stresstests mit Substanz und keine Marketingaktionen", sagte Rudas am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Dass sich gerade Frankreich und Großbritannien gegen strenge Stresstests ausgesprochen haben, ist für Rudas nicht verwunderlich. Schließlich handele es sich bei den beiden Staaten um die größten AKW-Betreiber Europas. ****

"Die Abschwächung der Stresstests ist ein deutliches Zeichen für den Einfluss der Atomlobby in Europa. Die Lobbyisten haben es sich auf so manchem Schoß gemütlich gemacht", so Rudas.
Dass es den Mitgliedsstaaten frei stehe, ihre Reaktoren strengeren Kontrollen zu unterziehen, bezeichnete Rudas als "schlechten Scherz". Sie fordert die lückenlose Überprüfung aller Reaktoren und, dass die nötigen Konsequenzen gezogen werden. "Wo den Sicherheitsstandards nicht entsprochen wird, muss abgeschaltet werden", sagte die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin.

Eigentlich hatten sich die europäischen Staats- und Regierungschefs darauf geeinigt, die 146 europäischen Reaktoren auf alle durch die Katastrophe von Fukushima offenbar gewordenen zusätzlichen Unfallszenarien zu überprüfen. Auch sollte überprüft werden, ob Stromversorgung, Kühlung und zusätzliche Aggregate nach Terrorangriffen, menschlichen Bedienfehlern oder in unverhofften Notsituationen funktionsfähig bleiben. Nun soll lediglich auf die Sicherheit im Falle von Naturkatastrophen getestet werden.

"Atomenergie ist nicht beherrschbar und kennt keine nationalen Grenzen", so Rudas weiter. Einmal mehr mahnt die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin einen Schulterschluss von Bevölkerung und öffentlichen Meinungsträgern ein, um gemeinsam gegen Atomlobbys aufzustehen. "Auch in Frankreich und Großbritannien wird es bei demokratischen Wahlen die Möglichkeit geben, sich richtig zu entscheiden", hofft Rudas. (Schluss) sa/sc

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