Falter: Pröll behauptet, Faymann habe ihm zur Präsidentschaftskandidatur geraten

"Die Präsidentschaftskandidatur war Faymanns Idee". Scharfe Kritik des NÖ-Landeshauptmanns am Rechnungshof

Wien (OTS) - In einem Interview mit der am Mittwoch erscheinenden Ausgabe der Wiener Wochenzeitung Falter lässt der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll aufhorchen. Es sei nicht seine Idee gewesen, für die Hofburg zu kandidieren, sondern ein vertraulicher Vorschlag von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) bei einem Treffen in Radlbrunn.

"Es wäre eigentlich eine gute Vorstellung, wenn du Präsidentschaftskandidat wirst", gibt Pröll Faymanns Worte wieder. Getroffen habe er Faymann "am 15. August 2008 bei einem Frühstück im Brandlhof in Radlbrunn (...)". Pröll wörtlich: "Ich war damals bass erstaunt, weil ich nicht im Geringsten daran gedacht habe, dass das an mich herangetragen wird. (...) Vielleicht hatte er parteistrategische Überlegungen? Ich habe es jedenfalls von mir gewiesen. Einige Wochen später tauchte es medial auf und wurde zum Selbstläufer."

Auf Anfrage des Falter sagt ein Pressesprecher Werner Faymanns, dass der Kanzler "vertrauliche Gespräche nicht im Nachhinein kommentiert".

Scharfe Kritik übt Pröll auch am Rechnungshof, der der die Milliardenspekulationen der landeseigenen Fibeg kürzlich vernichtend kritisiert hat. Für Pröll sind die Rechnungshof-Prüfer "Herrschaften im Glasturm am Donaukanal", die ihrerseits kontrolliert werden sollten. Pröll: "Wir kommen bald in die Situation, in der man die Frage stellen muss, wer kontrolliert die Kontrollore?" Das Land habe das Geld aus den Wohnbaudarlehen doch gut investiert. "Wir hatten uns die Latte hoch gelegt, zugegebenermaßen, aufgrund der internationalen Wirtschaftskrise wurde sie nicht erreicht. Von Verplempern kann aber keine Rede sein."

Strikt in Abrede stellt Pröll, dass das Parteibuch in Niederösterreich bei Bestellungen eine Rolle spielt. "Ich habe in meinen Leben noch nie, wenn jemand zu mir kam, nach dem Parteibuch gefragt. So wahr ich hier sitze. Mir ist ein Parteibuch wurscht."

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