FP-Herzog: Wiener FP boykottiert Besuch von Präsident Abdullah Gül in Österreich

Präsident Abdullah Gül und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sind Hauptmotoren einer Islamisierungspolitik in der Türkei

Wien (OTS/fpd) - Die kemalistische Trennung von Religion und Staat steht vor seiner endgültigen Beseitigung. Die laizistische Türkei wird in Bälde ein Ende finden. Die Türken in Europa, auch in Österreich, werden von der türkischen Staatsführung als fünfte Kolonne für die Interessen ihrer Politik betrachtet. Gül und Erdogan verfolgen eine klare Linie gegen die Integration der türkischen Minderheit in Europa - allen sanften Worten Güls bei Staatsbesuchen zum Trotz, so heute FPÖ-Landtagspräsident Johann Herzog in einer Stellungnahme.

Angesichts dieser Entwicklungen hat die FP-Wien den gestrigen Besuch des türkischen Präsidenten im Wiener Rathaus boykottiert.Dass dieser Boykott die richtige Antwort auf den Staatsbesuch war, zeigt das aktuelle Interview in der Tageszeitung "Die Presse", in der sich Gül zu unglaublichen Bemerkungen versteigt.

Es sei eine unglaubliche Kühnheit des türkischen Staatspräsidenten, dass er angesichts der brutalen Unterdrückung der Kurden - ein Drittel der Bevölkerung der Türkei -, dass er angesichts der Christenverfolgung, die sich in zahlreichen Gewalttaten manifestiert hat, sowie der völligen Entrechtung des Patriachats von Konstantinopel, das Wort "Menschenrechte" überhaupt in den Mund zu nehmen getraut.

Auch Güls Ausflüchte bezüglich der unglaublichen Zerstörung des Friedensdenkmals im osttürkischen Kars, das als Denkmal der Menschlichkeit für die Versöhnung von Türken und Armeniern gedacht war, und das auf Befehl von Erdogan geschleift wurde, zeigen eindeutig, wie der Präsident in Wahrheit tickt. Eine brutalere Brüskierung von 1,5 Millionen ermordeten armenischen Opfern des Genozids ist nicht vorstellbar, so Herzog.

Die Türkei ist kein Teil Europas - weder geographisch, noch kulturell. Die derzeitige türkische Regierung tritt Menschenrechte mit Füßen und nicht zuletzt zeigen Erdogan und Gül, dass sie an einer intensiven Zusammenarbeit mit Europa gar nicht interessiert sind. Rein wirtschaftliche Aspekte dürfen jedenfalls beim europäischen Erweiterungsprozess keine Rolle spielen. Daher lehnt die FPÖ den Beitritt der Türkei zur EU entschieden ab, so Herzog abschließend. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Klub der Freiheitlichen, Pressestelle
Tel.: Tel.: (01) 4000 / 81 798

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NFW0004