Bayr plädiert für nachhaltige Fischereipolitik

"Fisch und Meer sind für alle da" - Fischereirecht muss reformiert werden

Wien (OTS/SK) - Unter dem Motto "Stimmen aus Afrika diskutieren über Europas gemeinsame Fischereipolitik" begrüßte Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Umwelt und Globale Entwicklung, am Montag gemeinsam mit Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen, zwei westafrikanische Fischer im Parlament. ****

Harouna Lebaye (Mauretanien) und Ameth Wade (Senegal) waren auf Einladung von Greenpeace nach Österreich gekommen. Eindringlich wiesen sie auf die dramatischen Veränderungen der letzten 15 Jahre hin. Die Fischereiabkommen und Joint Ventures mit der EU hätten großräumige Überfischung, den Verlust traditioneller Fangmethoden, Arbeitslosigkeit und die Armut weiter Teile der Bevölkerung zur Folge. Petra Bayr schloss sich daher dem Appell ihrer beiden Gäste an: "Fisch und Meer sind für alle da. Alle Menschen sollten davon profitieren können. Wir müssen lernen, diese gemeinsame Ressource besser zu teilen und nachhaltiger zu bewirtschaften."

Bayr zeigte sich auch entsetzt über die vielen "Schiffsfriedhöfe", die nach Angaben der beiden Westafrikaner trotz bestehender vertraglicher Vereinbarungen mit der EU über eine fachgerechten Entsorgung ihrer ausgemusterten Schiffe weiterhin im Meer vor den Küsten Afrikas verrotten. Diese beeinträchtigen nicht nur die Umwelt, sondern stellen auch für die lokalen Fischer mit ihren kleinen Booten ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Zudem dienen die Wracks auch als Ausrede für eine Weiterverarbeitung des Fisches innerhalb der EU. Praktischerweise blockieren sie nämlich auch die Einfahrt in die lokalen Häfen, so dass die bis zu 140 Meter großen "Fischfabriken" der EU-Fangflotten gezwungen sind, einen EU-Hafen anzulaufen und nicht wie entwicklungspolitisch wesentlich sinnvoller, den Fisch in Afrika selber zu verarbeiten.

"Ich hoffe, dass Österreich in Zukunft gemeinsam mit anderen EU-Binnenländern das Zeitfenster, welches sich nun bis Ende 2013 durch eine Reform der gesamten Fischereirechte bietet, nutzen wird", so die Umweltsprecherin weiter. Einerseits müssen die Fangflotten aller 14 beteiligten EU-Mitgliedsländer drastisch reduziert werden und statt dessen nachhaltige Fangmethoden implementiert werden; andererseits müssen, im Zuge einer kohärenten Entwicklungszusammenarbeit, die EU-Gelder aus den Fischereiabkommen an Afrika wirklich den Betroffenen zugute kommen - sei es durch Investitionen in die Infrastruktur vor Ort oder durch die Vergabe von Mikrokrediten an die Familien der Fischer.

Bayr wird sich in Zukunft dafür einsetzen, dass das erneuerte Fischereiabkommen und die gemeinsame europäische Fischereipolitik im österreichischen Parlament vermehrt ein Thema wird. "Denn nur, wenn die Fischerei vor den Küsten Afrikas wie auch Europas auf nachhaltige Weise betrieben wird und den Fischbeständen die Chance gegeben wird, sich zu erholen, werden auch noch unsere Kinder in der Lage sein, gesunden Meeresfisch zu essen. Die Fischereipolitik der EU zeigt besonders deutlich, dass der Anspruch an eine kohärente Entwicklungspolitik nicht gelebt wird und Wirtschaftsinteressen einiger EU-Mitgliedsstaaten keinerlei Rücksicht auf die Nahrungsmittel-Versorgung und die wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten vieler afrikanischer Staaten nimmt", so Bayr.

Am Mittwoch den 4.5. findet um 18.30 Uhr im Wiener SPÖ-Bildungszentrum, 1020 Wien, Praterstraße 25 eine Informationsveranstaltung zu dem Thema "AFRIKAS FISCH FÜR EUROPAS HUNGER - Westafrikanische Fischer schildern die dramatischen Folgen der EU-Fischerei vor ihrer Haustüre" statt. (Schluss) sc/mp

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