Religionsvertreter fordern verstärkte Integrationsbemühungen

Schönborn, Staikos, Bünker, Muzicant und Schakfeh diskutierten mit Außenminister Spindelegger über Paradigmenwechsel in Integrationsdebatte, Dialog der Religionen und Religionsfreiheit in Europa

Wien, 03.05.11 (KAP) Für verstärkte Integrationsbemühungen haben sich am Montagabend die führenden Religionsvertreter in Österreich ausgesprochen. Kardinal Christoph Schönborn, der orthodoxe Metropolit Michael Staikos, der lutherische Bischof Michael Bünker, der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Anas Schakfeh und Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, waren auf Einladung von Außenminister und Vizekanzler Michael Spindelegger im Außenministerium zu einer Podiumsdiskussion zusammengekommen.

Österreich brauche einen Paradigmenwechsel, so Muzicant:
Bevölkerungswanderungen und damit auch Integration seien eine unabwendbare Realität und müssten positiv gesehen werden. Es gelinge der Politik aber nicht, den Menschen die Angst zu nehmen und eine Entemotionalisierung der Debatte zu bewirken.

An der Auseinandersetzung mit dem Fremden führe im Europa des 21. Jahrhunderts kein Weg vorbei, pflichtete Metropolit Staikos bei. Für die orthodoxen Zuwanderer nach Österreich stellte Staikos fest, dass sich diese gut integrieren würden. Freilich, räumte er ein, sei dies für orthodoxe Christen in Österreich auch leichter als für Muslime. Schakfeh wiederum wies darauf hin, dass die Integration der Muslime in Österreich weit besser sei als in so manchen anderen Ländern Europas.

Bischof Bünker erinnerte Außenminister Spindelegger daran, dass die Religionsgemeinschaften bereits 2008 den politisch Verantwortlichen ein ausführliches Dokument über ihre gemeinsamen Vorstellungen von Integration vorgelegt hätten. Religion dürfe im Rahmen des Integrationsprozesses nicht als Problem sondern als Teil der Lösung angesehen werden.

Kardinal Schönborn sprach von "Hausaufgaben", die alle gesellschaftlichen Akteure von der Politik bis zu den Kirchen zu erledigen hätten. Integration könne letztlich nur gelingen, wenn es zu einer "gelebten Nachbarschaft" komme; wenn sich die Menschen gegenseitig einladen, gemeinsam Feste feiern oder sich auch sozial engagieren, so Schönborn.

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