Pirklhuber: Zwei illegale GVO-Konstrukte in österreichischen Futtermitteln gefunden

Umstellung der Futtermittelwirtschaft auf gentechnikfreie Futtermittel jetzt angehen

Wien (OTS) - "Die Zeit ist reif für die schrittweise Umstellung
der gesamten österreichischen Futtermittelbranche auf gentechnikfreie Rohstoffe. Agrar-Förderungen sollen ab 2013 nur mehr für eine 100 Prozent gentechnikfreie Produktion vergeben werden", fordert Wolfgang Pirklhuber, Sprecher für Lebensmittelsicherheit der Grünen.

"Der in der EU verbotene kanadische Lein FP967 und die nicht-zugelassene Soja-Sorte A5547-127 der Firma Bayer CropScience wurde im Rahmen der Futtermittel-Routine-Untersuchungen der AGES im Jahr 2010 auch in österreichischen Futtermitteln entdeckt", informiert Pirklhuber, der sich auf eine schriftliche Antwort von Landwirtschaftsminister Berlakovich auf seine parlamentarische Anfrage bezieht.

"Darüber hinaus enthielten knapp sechs Prozent aller gezogenen Futtermittelproben im Jahr 2010, nämlich 17 von 306 mehr als 0,9 Prozent gentechnisch-veränderte Organismen und waren damit nicht korrekt gekennzeichnet. Unter diesen Mischfuttermitteln befanden sich sechs Kälber-, ein Milchvieh-, ein Lämmer-, zwei Ferkel-, ein Fisch-, drei Pferde- und zwei Wildfuttermittel; - eine Probe war reiner Sojaschrot. Aus der Anfragebeantwortung geht hervor, dass die Verunreinigungen stark - nämlich von einigen wenigen Prozent bis zu 100 Prozent - schwankten", erläutert Priklhuber.

"Erstmals legte Landwirtschaftsminister Berlakovich auch exakte Zahlen über den Import von Soja-Futtermitteln (Sojaschrot und Ölkuchen) vor. Für das Jahr 2008 betrugen die Importe 535.448 Tonnen und für das Jahr 2009 524.619 Tonnen. Davon sind etwa 70-80 Prozent gentechnisch-verändert oder damit kontaminiert", erläutert Pirklhuber und rechnet vor, dass diese Importmenge bei einem durchschnittlichen Ertrag von etwa 3,5 Tonnen Soja pro Hektar einer Fläche von 150.000 Hektar entspricht. Das ist mehr als vier Mal soviel Fläche Soja wie wir derzeit in Österreich (36.000 Hektar) anbauen. Die Grünen Bäuerinnen und Bauern setzen sich daher für einen offensiven Eiweiß-Futtermittelplan ein, um gentechnikfreie Eiweiß-Futtermittel verstärkt wieder in Europa anzubauen.
"Die Palette reicht von Ackerbohnen über Erbsen, Lupinen bis zu Sojabohnen. Nebenprodukte der Lebensmittelerzeugung z.B. Kürbiskern-, Raps- und Sonnenblumenkuchen sind ebenfalls wichtige Komponenten in einer gentechnikfreien Futtermittelwirtschaft."

"Der Rest an Soja, den wir auch in Zukunft importieren müssen, sollte zu 100 Prozent gentechnikfrei und zertifiziert sein. Damit sind in Zukunft Verunreinigungen mit GVO (gentechnisch veränderten Organismen) in den Mischfutterwerken ausgeschlossen und die zusätzlichen Kosten für die Trennung bei Lagerung und Transport entfallen. Eine Win-Win-Situation sowohl für den Landwirtschaftssektor als auch den Bereich der österreichischen Lebensmittelwirtschaft, der zudem den Erwartungen der KonsumentInnen entspricht!", ist Pirklhuber überzeugt.

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