Tumpel zum Arbeitsmarkt: Jetzt mehr Jobchancen für Ältere schaffen

Betriebe müssen sich auf immer mehr ArbeitnehmerInnen über 50 einstellen - Gesundheitsvorsorge und altersgerechte Arbeitsplätze ausbauen

Wien (OTS) - "Es läuft weiterhin gut am Arbeitsmarkt. Aber wir dürfen diejenigen nicht vergessen, die von diesem Aufschwung kaum etwas spüren: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 50, Frauen und geringer Qualifizierte", sagt AK Präsident Herbert Tumpel zu den Arbeitsmarktdaten. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen ist im April im Vergleich zum Vorjahr um 13.375 oder 5,4 Prozent gesunken. Mit rund 302.000 Arbeit suchenden Menschen (236.304 arbeitslos gemeldete Personen und 65.421 SchulungsteilnehmerInnen) setzt sich die Entspannung am Arbeitsmarkt weiter fort. Vor allem bei den ArbeitnehmerInnen über 50 geht die Arbeitslosigkeit aber deutlich langsamer zurück. "Hier muss jetzt energisch gegengesteuert werden", so Tumpel. Der Arbeitsmarkt, aber auch die Betriebe müssen sich auf immer mehr ArbeitnehmerInnen über 50 Jahre einstellen. Die erwerbsfähige Bevölkerung über 50 wird bis 2015 von knapp 840.000 (2010) auf über eine Million ansteigen. "Wir brauchen mehr Gesundheitsvorsorge in den Betrieben und altersgerechte Arbeitsplätze, damit die Menschen gesund bleiben in der Arbeit", so Tumpel.

"Die Arbeitsbedingungen und die Wertschätzung von älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Unternehmen müssen sich ändern", fordert Tumpel. So werden ArbeitnehmerInnen ab 50 bei beruflichen Aus- und Weiterbildungen massiv benachteiligt. Bis heute ist die Gesundheitsgefährdung in den Betrieben zu hoch. Vor allem die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz nehmen zu. Auf der Strecke bleiben viel zu viele, die lange so hart gearbeitet haben, dass sie krank werden.

Die zunehmenden psychischen Belastungen müssen im ArbeitnehmerInnenschutz besser verankert werden. Im Dezember wurde mit dem neuen Arbeits- und Gesundheitsgesetz das Projekt "fit2work" beschlossen. "Das muss jetzt rasch umgesetzt werden, um die Arbeitswelt auf die steigende Zahl von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern über 50 Jahren vorzubereiten", so Tumpel.

Und gerade weil ArbeitnehmerInnen ab 50 bei der Suche nach einer neuen Stelle schlechtere Karten haben, muss das Arbeitsmarktservice mit ausreichend Geld ausgestattet werden, um etwa Arbeitssuchenden mit gesundheitlichen Problemen neue Jobchancen zu eröffnen.

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