Hundstorfer zu Arbeitsmarktöffnung: Österreich ist gut vorbereitet

Wien (OTS/BMASK) - "Mit dem morgigen Tag können Arbeitnehmer aus unseren östlichen Nachbarstaaten ohne Einschränkungen auch in Österreich eine Arbeit suchen. Wir sind auf die Öffnung unseres Arbeitsmarktes gut vorbereitet. Es war richtig die siebenjährige Übergangsfrist voll auszunützen, da sich in dieser Zeit das Wohlstandsgefälle zu unseren Nachbarländern verringert hat und damit auch der Anreiz zu migrieren", unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Er rechnet - gestützt auf Befragungen und Studien - mit 20.000 bis 25.000 Menschen, die nach der Arbeitsmarktöffnung nach Österreich kommen werden. "Diese Zuwanderung ist für unser Land verkraftbar. Wir haben einen stabilen Arbeitsmarkt mit rund 3,4 Mio. Beschäftigten. In manchen Bereichen wie im Gesundheitswesen oder in der Pflege sind dringend zusätzliche Arbeitskräfte gesucht", so Hundstorfer. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit ist eine der Grundfreiheiten der Europäischen Union - dadurch bieten sich nicht nur dem Einzelnen neue Chancen sondern auch für Wirtschaftsräume wie Österreich. ****

Es sei auch deshalb keine große Zuwanderung aus den östlichen Nachbarstaaten zu erwarten, da die meisten Menschen, die in Österreich arbeiten wollen, bereits hier sind. "Rund 90.000 Menschen aus dieser Region gehen bei uns bereits einer Beschäftigung nach. Wir haben unseren Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren schrittweise geöffnet. Während der Übergangsfristen wurden neue EU-BürgerInnen gegenüber Drittstaatsangehörigen bevorzugt zugelassen. Die dauerhafte Neuzulassung aus Drittstaaten wurde im Gegenzug deutlich eingeschränkt. Fachkräfte in 67 Berufen erhielten erleichterten Zugang, qualifizierte Kräfte konnten in Gesundheits- und Pflegeberufen und als Betreuungshilfen in Privathaushalten tätig werden", betonte der Sozialminister.

Das allgemeine Wohlstandsgefälle habe sich so entwickelt, dass sich Arbeitsmigration weniger lohnt. Wenn das Wohlstandsgefälle auf etwa 25 bis 30 Prozent (zu Kaufkraftparität) sinkt, dann ist ein wirtschaftlicher Anreiz zu migrieren nicht mehr gegeben. In Slowenien aber auch Teilen der Slowakei, Ungarns oder Tschechiens ist dieser Wert bereits erreicht. "Die Arbeitsminister aus Ungarn, Tschechien und der Slowakei haben bestätigt, dass aus ihren Ländern keine wesentliche Arbeitsmigration nach Österreich zu erwarten ist", unterstrich Hundstorfer.

Zudem wurde mit dem Lohn- und Sozialdumpinggesetz ein neues wirkungsvolles Instrument geschaffen, das unlauteren Wettbewerb unterbinden und faire Bedingungen für alle in Österreich aktiven Betrieben schaffen soll. "Alle Firmen in Österreich sollen zu vergleichbaren Bedingungen anbieten, das gilt natürlich auch für Unternehmen aus unseren Nachbarländern, daher müssen sie ebenfalls nach österreichischem Kollektivlohn bezahlen, wenn sie in unserem Land Aufträge annehmen", so Hundstorfer. Durch strenge Kontrollen soll die Bezahlung des zustehenden Grundlohnes gewährleistet werden. Die Finanzpolizei wird daher ihren Personalstand um 120 Kontrolleure erhöhen. "Wir sind in jeder Hinsicht gut auf die Öffnung unseres Arbeitsmarktes vorbereitet. Für Österreich bieten sich dadurch auch neue Chancen", schloss Hundstorfer. (Schluss)

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