ÖGB-Oberhauser: Bildung darf kein Erbgut sein

Neue Analyse bestätigt Forderung nach gerechterer Chancenverteilung

Wien (OTS/ÖGB) - "Bildung darf kein Erbgut sein", fordert ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser. Dass Bildungswege nach wie vor von Ausbildung und Einkommen der Eltern abhängen, sei nichts Neues, werde aber nun durch eine weitere Analyse untermauert. "Der ÖGB tritt vehement dafür ein, dass Bildung auch für Arbeiterkinder weiter geht als nur bis zum Hauptschulabschluss. Wir fordern faire Verteilung der Bildungschancen, die Devise lautet Fördern statt Selektieren. Wir müssen Defizite ausgleichen, Begabungen fördern statt Fehler abstrafen, verstärkt im Rahmen von ganztägigen Schulformen Förderunterricht anbieten sowie die Bildungsweg- und Berufsberatung ausbauen."++++

Ungerechte Bildungschancen sind eine eigentlich nicht leistbare Ressourcenvergeudung, unter der Wirtschaft und Gesellschaft leiden, da Neigungen und Talente nicht ausgeschöpft werden. "Deshalb ist es überfällig, dass die Entscheidung über den Bildungsweg eines Kindes nicht bereits im Alter von zehn Jahren, sondern erst mit 14 oder 15 getroffen wird", fordert Oberhauser. Eine Bildungsreform braucht aber auch eine Ausbildungsreform sowie bessere Arbeitsbedingungen für die LehrerInnen.

Um die soziale Durchmischung im Bereich der tertiären Bildung zu heben, fordert die ÖGB-Vizepräsidentin spezielle Studienangebote für Berufstätige, außerdem Blockveranstaltungen sowie Institute und Bibliotheken, die auch am Abend und am Wochenende offen haben. Oberhauser: "Das Budget für die Hochschulen muss sicherstellen, dass alle Studierenden ihr Wunschstudium beginnen können. Zusätzliche Barrieren wie Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen sind hingegen der falsche Weg."

BILDUNG GEHT WEITER - Der ÖGB fordert:

FÖRDERN STATT SELEKTIEREN
- Chancengerechtigkeit: Bildungswegentscheidung mit 14 statt schon mit 10 Jahren
- Defizite ausgleichen, Begabungen fördern statt Fehler abstrafen
- Mädchen im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich besonders fördern

INVESTIEREN STATT SPAREN
- Kleinere Klassen, kleinere Gruppen
- Ganztagsschulen und Tagesbetreuung statt teurer Nachhilfe
- Bessere Arbeitsbedingungen für LehrerInnen

QUALITÄT UND QUANTITÄT
- Mehr politische Bildung
- Mehr Fremdsprachen
- Mehr Berufsschultage

ABSOLVENTEN STATT DROP-OUTS
- Ausführliche Berufsinformation ab der 6. Schulstufe
- Verpflichtendes Ausbildungsjahr für alle, die mit 15 noch nicht wissen wohin
- Berufsschule als Ort der Weiterbildung

ARBEITEN UND STUDIEREN
- Eigens für Berufstätige konzipiertes Studienangebot
in wichtigen Fächern
- Unis, Vorlesungen, Bibliotheken und Institute
auch am Abend öffnen
- Keine Studiengebühren, keine Zugangsbeschränkungen

www.bildunggehtweiter.at

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