Eigentumsmarkt wieder im Aufschwung - Immobilienpreise entwickeln sich unterschiedlich

Wien (OTS) - Mit dem dritten Quartal 2010 hat eine Trendwende am österreichischen Immobilienmarkt eingesetzt. Eigentum boomt wieder, Mietimmobilien verlieren in der Nachfrage - diese Tendenz setzt sich auch im ersten Quartal 2011 fort. Die Immobilienpreise ziehen in Wien wieder an, in Niederösterreich und im Burgenland gibt es konträrere Entwicklungen. Diese Ergebnisse wurden an Hand einer Analyse der Anfrage- und Nachfragedaten von IMMOBILIEN.NET für Ostösterreich erhoben.

"Die verstärkte Nachfrage nach Eigentum seit dem 3. Quartal 2010 zeigt sich am deutlichsten im Burgenland. Hier liegt der Wert -bundeslandweit gesehen -, vor allem durch die enorme Nachfrage an Häusern bei 90%, das heißt 9 von 10 Anfragen im Burgenland konzentrieren sich auf den Erwerb von Eigentum. In Niederösterreich sind es 63 % und in Wien 46 % - Tendenz wie auch in Gesamtösterreich steigend", erläutert Mag. Alexander Ertler, Immobilienexperte und Geschäftsführer von IMMOBILIEN.NET, die Lage am Markt für Wohnimmobilien. "Von einer wahren 'Wiederauferstehung' kann man bei der Nachfrage bei Häusern im Eigentum sprechen. Mit Ausnahme von Wien ist das eigene Haus wieder der Wohnwunsch Nr.1 der Immobiliensuchenden in Österreich. Die Nachfrage nach Mietobjekten hat nach dem Höhenflug der vergangenen zwei Jahre nachgelassen, sogar in der Miethochburg Wien ist ein Rückgang zu verzeichnen", so Ertler weiter.

Die Raiffeisen Bausparkasse, die einerseits ein wichtiger Financier des privaten Wohnbaues ist, andrerseits im Großraum Wien als Bauträger für qualitativ hochwertige Immobilien auftritt, registriert ebenfalls eine ungebrochene Nachfrage nach Wohneigentum. "Investitionen in eigene vier Wände werden angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als sichere Geldanlage, als Schutz vor Inflation und als Absicherung fürs Alter gesehen", nennt der Geschäftsführer der Raiffeisen Bausparkasse, Mag. Johann Ertl, der u.a. für Großkunden und Wohnbaubeteiligungen zuständig ist, als Gründe für das hohe Interesse am Immobilienerwerb.

Ein Einbruch in diesem Segment ist nicht zu erwarten, da sich die Immobilienpreise in den letzten Jahren nicht exorbitant entwickelt haben. Um sich eine nachhaltige Wertentwicklung zu sichern, müssten Käufer allerdings einige Kriterien beachten, die da heißen: gute Lage, Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz bzw. schnelle Erreichbarkeit urbaner Zentren, Niedrigenergiebauweise, ein kluger Wohnungsgrundriss und Freiräume in Form eines eigenen Gartenanteils, Balkon oder Terrasse, weist Ertl hin.

Wien - Eigentumswohnungen legen leicht zu, Mietimmobilien verlieren

In Wien hat sich der Wert bei der Nachfrage an Eigentumswohnungen um 3 Prozentpunkte auf 35 % im Vergleich zum 3. Quartal 2010 erhöht. Bei der Wohnungsgröße wird zu 52% eine Fläche von 50 bis 100 Quadratmeter gesucht, 2-3 Zimmer dabei favorisiert. Am beliebtesten in Wien ist der 3. Bezirk (10 %), der den 2. Bezirk (9 %) knapp aber doch an der Spitze ablöst hat. Die Schlusslichter bilden der 1. (2 %) und der 11. (1 %) Bezirk. Bei den Häusern im Eigentum stieg die Nachfrage auf 8% (+1%), 100-150 Quadratmeter und 4-5 Zimmern liegen hier im Trend. Der 22. Wiener Gemeindebezirk (27 %) wird dabei am stärkten nachgefragt. (Vergleich Quartal 1/2010 zu Quartal 1/2011).

Die Nachfrage nach Mietwohnungen hat nach einem Aufschwung im 3. Quartal 2010 (57 %) um 5 Prozentpunkte auf aktuell 52 % nachgelassen. Auch bei den Mietwohnungen führt der 3. Bezirk (9%) das Ranking an, vor dem 5. (8 %) und dem 2. (7 %) Bezirk. Die geringsten Nachfragewerte weisen der 23. (1%) und der 1. (2 %) Bezirk auf.

Nimmt man als Maßstab die Anfragen je tatsächlichem Angebot bietet sich ein anders Bild: Dann ist der 8. Bezirk der gefragteste vor dem 13. beim Wohnungseigentum, bei den Mietwohnung der 22. vor dem 11.

Trends Infrastruktur, Ökologisierung und Urbanisierung

Die Finanzkrise hat zu einem Umdenken hinsichtlich der Wertbeständigkeit von Finanzinvestitionen geführt - eine Flucht in Sachwerte hat eingesetzt, was sich in einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Immobilieneigentum zeigt. Die Ursachen für die verstärkte Nachfrage nach kleineren Wohneinheiten in Ballungsräumen, hängt mit den zunehmenden Wünschen nach hochwertiger Ausstattung, nachhaltiger Bauweise bzw. modernem Energiekonzept und guter Infrastruktur zusammen", erläutert Mag. (FH) Christoph Petermann, Geschäftsführer Raiffeisen Immobilien Vermittlung, die aktuellen Trends am Wohnungsmarkt.

Immer mehr Österreicher achten bei der Lage einer Immobilie zuerst auf die vorhandene Infrastruktur. Die ständige Verteuerung von Energie ist nicht aufzuhalten. Immobilien mit niedrigem Energieverbrauch werden daher immer stärker nachgefragt. Passivhaus-bzw. Niedrigenergiestandards sind aus dem Neubau von Immobilien schon heute nicht mehr wegzudenken. Umweltschonende Ausstattungsdetails wie wassersparende Sanitäranlagen oder Fußböden aus nicht im Regenwald geschlägerten Hölzern tragen zur besseren Vermarktbarkeit bei.

Statistiker prognostizieren ein Bevölkerungswachstum in den Städten und deren Randgebieten, während besonders strukturschwache Regionen bzw. schwer erreichbare Bezirke verlieren werden. Gleichzeitig ist der Trend zum Singlehaushalt ungebrochen, was zu einem Anstieg der benötigten Einheiten führt. Beispielsweise ist das nördliche und südliche Wiener Umland bereits Nutznießer dieser Entwicklung, die sich bereits am Immobilienmarkt widerspiegelt. So konnte bereits in den beiden letzten Jahren in diesen Gegenden eine allgemeine Steigerung der Nachfrage und ein Anziehen der Preise beobachtet werden. Da diesen Gemeinden nicht unbegrenzt Platz zur Parzellierung mit Baugrundstücken zur Verfügung steht, auf denen individuell Einfamilienhäuser errichtet werden können, muss umgedacht werden. Nach wie vor hat jede Gemeinde aus finanziellen Gründen das Interesse, möglichst viele Bürger im Gemeindegebiet anzusiedeln. Um die Nachfrage nach leistbarem Wohnraum zu decken, werden Reihenhäuser oder Mehrfamilienwohnhäuser errichtet.

Burgenland - Häuser mit viel Platzangebot besonders begehrt

Von 58 auf 81 % ist die Nachfrage nach Häusern im Burgenland im Zeitraum 3.Quartal 2010 bis 1.Quartal 2011 gestiegen. 74 % der Immobiliensuchenden wünschen sich dabei mindestens vier Zimmer, bei der Wohnfläche sollten es bei 75 % 100 Quadratmeter und mehr sein. Mit 24 % überholt Eisenstadt Land die Stadt Eisenstadt (20 %) und führt das Ranking der beliebtesten Regionen bei Eigentumswohnungen im Burgenland an, bei den Häusern verteidigt Neusiedl am See (26 %) den ersten Platz.

Niederösterreich - nur mit geringen Veränderungen

Sowohl bei Eigentumswohnungen (konstant 42 % aller Immobilienanfragen) und Häusern im Eigentum (+2 Prozentpunkte auf 12 %) belegen die Daten nur geringe Veränderungen bei der Nachfrage. Vier-Zimmer Häuser bei mindestens 100 Quadratmeter und 3-Zimmer Eigentumswohnungen repräsentieren das Grand der Wünsche. Mödling (30 %) behauptet in Niederösterreich seine Führungsposition bei Eigentumswohnungen, Wien-Umgebung (22 %) jene bei den Häusern.

Unterschiedliche Preisentwicklung beim Eigentum

"Auffällig ist, dass die Preise bei gebrauchten Eigentumswohnungen in allen drei ausgewerteten Bundesländern nach oben gehen, während bei neuen Eigentumswohnungen die Preise leicht fallen, mit Ausnahme von Wien. In der Bundeshauptstadt gibt es in beiden Segmenten einen Preisanstieg von rund 4,5 % zu vermelden", erläutert Alexander Ertler die Entwicklung beim Angebotsmarkt. In Wien kostet ein Quadratmeter 2.150 Euro (+4,4 %) bei gebrauchten Wohnungen, in Niederösterreich 1.237 Euro (+0,6 %) und im Burgenland 944 Euro (+4,4 %).

Bei neuen Eigentumswohnungen verzeichnet das Burgenland einen Rückgang von 3,1 % auf 2.009 Euro pro Quadratmeter, in Niederösterreich gibt es ein minimales Minus von 0,04 % (2.600 Euro). Lediglich Wien weist mit 3.608 Euro pro Quadratmeter ein sattes Plus von 4,6 % aus. (alle Vergleiche: Kalenderjahr 2010 zum Zeitraum April 2010 bis März 2011)

208 Millionen Euro Finanzierungsleistung im ersten Quartal

Die ausgezeichnete Geschäftsentwicklung bei der Raiffeisen Bausparkasse ist eine Folge des Trends zum Eigentum. So wurde in den ersten drei Monaten des heurigen Jahres mit 208 Millionen Euro ein Finanzierungsvolumen erzielt, das um 7 % über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres liegt - und das trotz der langen Wintersaison. Für insgesamt 2880 Wohneinheiten wurden im ersten Quartal Finanzierungszusagen abgegeben, das entspricht einem Plus von 8%. Ebenfalls steigend ist die durchschnittliche Darlehenshöhe: Sie macht bei den besicherten Darlehen mittlerweile rund 85.000 Euro aus, wobei der Großteil der Finanzierungen in Kombination mit der öffentlichen Wohnbauförderung erfolgt. 45 % der Darlehensanbote beziehen sich auf den Neubau, 23 % auf Käufe, 20 % auf Umbauten, Sanierungen und Renovierungen - ein stark wachsender Markt - 10 % auf Umschuldungen und 2 % auf Sonstiges, Bildung und Pflege.

Zur hohen Finanzierungsnachfrage trägt vor allem auch die günstige Konditionenpolitik bei: Derzeit ist die Sofortfinanzierung ab 1,6 %, fix auf 18 Monate, bei der Raiffeisen Bausparkasse zu haben. Wer sich angesichts steigender Zinsen das Niedrigzinsniveau für einen längeren Zeitraum sichern möchte, steigt beim Fixzinsdarlehen ein, das in den ersten 18 Monaten ebenfalls einen Zinssatz von 1,6 % aufweist, daran schließt sich zwei Jahre lang ein Zinssatz von 3,9 %. Bei beiden Varianten erfolgt nach der Fixzinsphase eine jährliche Anpassung der Zinsen gemäß EURIBOR.

Neuer Service: der Immobilienpreisatlas

Für Immobilien-Interessenten bietet die Raiffeisen Bausparkasse eine Serviceleistung an, die einen umfassenden Überblick über das Preisniveau bei Privatimmobilien, und zwar auf Bezirksebene, gibt:
der Immobilienpreisatlas. In Kooperation mit Immobilien.net, Österreichs größter Immobilienplattform, und den Immobilienmaklern des Raiffeisensektors werden auf der Homepage www.immopreisatlas.at die aktuellen Immobilienpreise veröffentlicht. Die Preise sind nach Bezirken abrufbar, werden quartalsweise aktualisiert, und sind nach den Kategorien Mietwohnungen, Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser und Baugrundstücke abrufbar. Das jederzeit verfügbare Online-Tool weist damit eine hohe Aktualität auf, ist userfreundlich in Funktion und Design und verfügt über eine große Datenbasis plus Expertise der Raiffeisen Immobilienmakler.

Die Datenbasis

Alle Trendaussagen zur aktuellen Immobiliennachfrage basieren auf 398.060 aktiven E-Mail-Anfragen zu Wohnimmobilien in Ostösterreich, die seit dem vierten Quartal 2009 von Immobiliensuchenden über www.immobilien.net getätigt wurden. Den Berechnungen der derzeitigen Immobilienpreise liegen knapp 84.567 Wohnimmobilien in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland (im Detail: 27.696 Mietwohnungen, 16.143 gebrauchte und 14.761 neue Eigentumswohnungen, 17.286 Einfamilienhäuser im Eigentum und 8.682 Grundstücke), die im Zeitraum 1. Quartal 2010 bis 1. Quartal 2011 von professionellen Immobilienanbietern auf www.immobilien.net angeboten wurden, zu Grunde. Alle Angaben verstehen sich als Median-Werte für die jeweilige Region und stellen einen Richtwert für die aktuelle Preissituation dar.

Über Raiffeisen Immobilien Vermittlung

Die Raiffeisen Immobilien Vermittlung GmbH ist das Immobilientreuhandbüro der Raiffeisen Gruppe in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. Sie ist das führende Immobilienmaklerbüro in Ostösterreich und bietet Full-Service rund um Kauf und Verkauf von Immobilien. Dazu gehören neben Käufer- bzw. Objektsuche auch Beratung in Sachen Förderungen und Finanzierung sowie die Erstellung fundierter Bewertungsgutachten. Die RIV verfügt derzeit über 23 Geschäftsstellen und beschäftigt dzt. 49 Mitarbeiter.

Über IMMOBILIEN.NET

IMMOBILIEN.NET war die erste unabhängige Immobilienplattform im deutschsprachigen Raum und ist seit der Gründung 1994 Marktführer in Österreich. Über 1.000 aktive Kunden (Makler, Bauträger und sonstige professionelle Immobilienanbieter) sind auf www.immobilien.net aktuell vertreten. Die Plattform verzeichnet monatlich rund 700.000 Besuche (gemäß ÖWA) von insgesamt über 300.000 unterschiedlichen Immobiliensuchenden.

Alle Grafiken & Preistabellen finden Sie unter www.immobilien.net/presse

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Raiffeisen Immobilien Vermittlung
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