Wirtschaftsfaktor Windkraft

Neue Studie zeigt die wirtschaftliche Bedeutung der Windenergie

Wien (OTS) - Die Windenergie stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor in Österreich dar. Dies ist das Ergebnis einer heute von IG Windkraft und Österreichischer Energieagentur präsentierten Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie. Die gesamte Windbranche mit Zuliefer- und Dienstleistungsunternehmen bietet rund 3.300 Beschäftigten in Österreich einen Arbeitsplatz. Die heimischen Zulieferunternehmen zur Endfertigung von Windrädern sowie die Dienstleistungsunternehmen der Windbranche erwirtschafteten 2009 einen Umsatz von 470 Mio. Euro. Errechnet wurden auch die volkswirtschaftlichen Auswirkungen eines verstärkten Ausbaus der Windkraft bis 2020. Fazit: Nur geringe Förderkosten stehen der Schaffung von heimischer Wertschöpfung und Arbeitsplätzen sowie der Vermeidung von CO2-Zertifiktatskosten gegenüber.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie wurde in Kooperation mit der Österreichischen Energieagentur eine Studie erstellt, in der heimische Windkraftbetreiberunternehmen sowie Zulieferer zur Endfertigung von Windkraftanlagen erstmals umfassend zu Arbeitsplätzen und Umsätzen in der Windkraftbranche befragt wurden. Dr. Heidelinde Adensam von der Österreichischen Energieagentur zur Methode: "Diese Angaben fanden Einfluss in die Input-Output-Analyse, mittels derer wir Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte errechnet haben. Bei nur geringen Förderkosten zeigten sich enorme Effekte auf die Wertschöpfung und die Beschäftigung in Österreich".

"Obwohl es in Österreich nur einen Produktionsstandort eines Herstellers von Windkraftanlagen gibt (Leitwind in Telfs), stellt die Windkraft einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar: Die gesamte Windbranche mit Zuliefer- und Dienstleistungsunternehmen bietet rund 3.300 Beschäftigten einen Arbeitsplatz", erläutert Mag. Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.
Die Errichtung von Windkraftanlagen in Österreich bringt eine hohe heimische Wertschöpfung, auch wenn die Anlagenhersteller, welche den österreichischen Markt bedienen, großteils aus Dänemark und Deutschland kommen. Viele österreichische Unternehmen sind als Zulieferer oder Dienstleister in die Versorgungskette der Anlagenproduktion eingebunden. Über 120 Unternehmen sind den Studienautoren bekannt, von 52 davon konnten Umsätze ermittelt werden. Bekannte Vertreter dieser Branche sind auszugsweise die Firmen Leitwind (Anlagenhersteller), Bachmann (Steuerungen), Hexcel (Rotorblattmaterial), Elin (Generatoren), Windtec (Anlagenkonzepte) und Voestalpine (Stahl für Rohrtürme). Im Jahr 2009 erzielten die österreichischen Zuliefer- und Dienstleistungsunternehmen einen Umsatz von über 470 Mio. Euro. Dass darunter echte Weltmarktführer zu finden sind, zeigt zum Beispiel die Tatsache, dass in jedem zweiten Windrad, das weltweit errichtet wird, eine Steuerung der Firma Bachmann aus Vorarlberg enthalten ist.
Ing. Mag. Peter Stöttinger vom Kranunternehmen Felbermayr Transport-und Hebetechnik GmbH & Co KG: "Wir sind das einzige Unternehmen, das sowohl auf der Straße, der Schiene und am Wasser tätig ist. Wir haben unsere ersten Erfahrungen bei der Errichtung von Windkraftanlagen in Österreich gemacht und sind nunmehr in ganz Europa aktiv."
Mit Leitwind verfügt Österreich auch über einen Hersteller von Großwindkraftanlagen. Andreas Pasielak, vom Business Development von Leitwind: "Als Skilifthersteller, als welcher wir unseren Ausgang genommen haben, ist es unser Anspruch, besonders verlässliche Anlagen zu erzeugen. Wir verzeichnen einen starken Anstieg der Nachfrage nach unseren Produkten." Leitwind mit dem Produktionsstandort in Telfs in Tirol beschäftigt insgesamt 500 Arbeitnehmer.

Ausbau der Windkraft bis 2020 bringt 2,8 Mrd. Euro an Investitionen Berechnet wurden weiters die Effekte unterschiedlicher Windkraft-Ausbauszenarien bis 2020. Ein Ausbau nach dem Nationalen Aktionsplan für erneuerbare Energie (plus 1.570 MW) löst 2,8 Mrd. Euro an Investition und 36.500 Jahresarbeitsplätze (brutto) aus. Die Förderkosten sind im Vergleich dazu überschaubar. Für den aktuellen Windkraftbestand von rund 1.000 MW lagen die Förderkosten im Jahr 2010 für einen durchschnittlichen Haushalt bei rund 4,3 Euro pro Jahr. Bei einem Ausbau um 1.570 MW werden sich die Förderkosten je nach Entwicklung des Marktpreises für Strom zwischen 2,6 und 7,6 Cent Euro pro Haushalt im Jahr 2020 bewegen. Durch die vermiedenen CO2-Emissionen von 3 Mio. t jährlich ergeben sich vermiedene CO2-Kosten von 70 Mio. Euro im Jahr 2020. "Damit werden die vermiedenen CO2-Kosten im Jahr 2020 voraussichtlich höher sein als die Förderkosten - das zeigt die positive Bilanz der Windkraft eindrucksvoll", so Moidl. Wird die Windkraft entsprechend einem verstärkten Ausbauszenario ausgebaut, könnten 4 Mrd. Euro an Investitionen ausgelöst werden und 51.000 Jahresarbeitsplätze (brutto) geschaffen werden.

83 Unternehmen betreiben in Österreich Windkraftanlagen mit 1011 MW Leistung und produzieren Strom für 600.000 Haushalte im Jahr.
"Vor zehn Jahren habe ich im Weinviertel allein begonnen. Heute haben wir 40 Beschäftigte und 1600 Aktionäre. Wir betreiben 55 Windkraftanlagen in Österreich. Damit wir uns in Österreich weiter entwickeln können, brauchen wir jedoch dringend langfristig stabile Rahmenbedingungen beim Ökostrom", kommentiert Martin Steininger, Vorstand der Windkraft Simonsfeld AG, mit einem Verweis auf die durch den Ökostrom-Begutachtungsentwurf ausgelöste Verunsicherung der Investoren.

Weitere Hintergrundinformationen und Grafiken stehen auf www.igwindkraft.at zum Download bereit.

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