Konsument: Jugendschutzgesetz und gesundheitsgefährdende Risiken in Solarien oft missachtet

Sechs von 15 getesteten Solarien ignorieren Jugendschutz - neun Anbieter wenden zu hohe Strahlendosis an

Wien (OTS/VKI) - Wie abschreckend ist eine Strafe von 2.810 Euro? Das ist jener Betrag, den Solarien seit dem 1. September 2010 zu zahlen haben, wenn sie Jugendliche - trotz gesetzlichem Verbot - ein Sonnenbad nehmen lassen. Wie ein Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) in der morgen erscheinenden Ausgabe des Magazins Konsument zeigt, erwiesen sich sechs von 15 Wiener Solarien als furchtlos. Sie hätten einer minderjährigen Testperson ohne weiteres Zutritt gewährt. Damit nicht genug: In nahezu allen Solarien hätte sich eine zweite, erwachsene Testperson des empfindlichen Hauttyps 1 bräunen lassen können. Personen mit Hauttyp 1, also Menschen mit rötlichen oder hellblonden Haaren, heller Haut und vielen Sommersprossen, sollten allerdings "unter keinen Umständen" auf die Sonnenbank - so zumindest ist es im Anhang der Solarienordnung nachzulesen. Nur zwei Solarien verwehrten der Testperson aber aufgrund gesundheitlicher Bedenken die Benützung. Darunter der einzige mit "gut" bewertete Anbieter: "Sonnentreff das Solarium". Hier wurde auch der Jugendschutz eingehalten.

"Das Ergebnis des Tests ist ernüchternd. Minderjährige können offenbar in vielen Sonnenstudios problemlos ihr Sonnenbad nehmen", resümiert Konsument-Gesundheitsredakteur Bernhard Matuschak. "Zum Teil werden die Zugangskontrollen auch mit ,kreativen' Methoden umgangen - wie etwa in einem Fall mit der e-card einer anderen Person." Doch auch der Testlauf mit der erwachsenen Testperson mit Hauttyp 1 gibt nicht das beste Bild ab: In neun Fällen hätte der Aufenthalt auf der Sonnenbank unweigerlich zum Sonnenbrand geführt. Matuschak: "Einigen Betreibern scheint der Umsatz wichtiger zu sein als die Gesundheit ihrer Kunden."

Ein vermeintlich positiver Aspekt der künstlichen Bräune ist, dass dadurch der Eigenschutz der Haut aufgebaut wird. "Das ist allerdings ein Mythos", so Matuschak, "denn dieser Schutz entspricht lediglich dem Lichtschutzfaktor 4 - und ist daher fast vernachlässigbar. Sonnen im Solarium als Vorbräunung für den Urlaub ist nicht sinnvoll." Wer dennoch auf einen Besuch im Solarium nicht verzichten möchte, sollte sich vor der Besonnung vom Personal gut beraten lassen, auf eine Schutzbrille bestehen und auf der Sonnenbank auf Make-up, Deo und sonstige Kosmetika verzichten.

Alle Testdetails und Stellungnahmen der mit "nicht zufriedenstellend" bewerteten Solarien gibt es auf www.konsument.at sowie ab dem 28.4. im Mai-Konsument.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
amorawetz@vki.at
www.konsument.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKI0002