TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 24. April 2011 von Mario Zenhäusern "Suche nach dem Wunderwuzzi"

In der Tiroler ÖVP spielen zu viele ihr eige nes Spielchen. Der neue Haupt geschäfts führer muss mehr sein als ein Schiedsrichter.

Innsbruck (OTS) - Günther Platter befindet sich in einem Stimmungshoch. Die vergangene Woche hat dem Tiroler Landeshauptmann und VP-Chef in die Hände gespielt. Zuerst die endgültige Besiegelung des Brennerbasistunnels, dann die Besetzung von zwei wichtigen Positionen in Wien mit Tirolern - damit hat Platter den Kritikern in-und außerhalb seiner Partei gezeigt, dass sein Wort in Wien noch Gewicht hat.
Trotzdem grummelt es in der Tiroler ÖVP. Gemeindeverbands-Chef Ernst Schöpf treibt das Land und damit auch die Mehrheitspartei beim Thema Agrargemeinschaften vor sich her, Wirtschaftsbund-Chef Jürgen Bodenseer gefällt sich in der Rolle des kritischen Querdenkers, ÖAAB-Chef Andreas Köll ist nicht nur ob seiner Gemeindefinanzen, sondern auch als Osttiroler Bezirksparteiobmann in Ungnade gefallen. Aufgabe des neuen Hauptgeschäftsführers, der Anfang nächster Woche präsentiert wird, ist in erster Linie, diese aus dem Ruder laufenden Ströme wieder einzufangen, die Partei zu einen. Das hat weder Hannes Rauch geschafft, der parteiintern als Mann fürs Grobe nicht "everybody s darling" war, noch sein Vorgänger Georg Keuschnigg, der dafür als zu brav galt. Für diesen Job braucht die ÖVP einen Manager, Organisator, Ideologen, Motivator und Mediator. Kurz: einen Wunderwuzzi.

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