Tag des Buches - Bayr: Bildung als wirksame Prophylaxe gegen Menschhandel

Ende der UN-Alphabetisierungsdekade und 775 Millionen Analphabeten weltweit

Wien (OTS/SK) - Der internationale Tag des Buches am 23. April ist Anlass für Petra Bayr, entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ, auf die Notwendigkeit der Umsetzung des Millenniumszieles zumindest einer "Grundschulbildung für alle Kinder" zu pochen. Obwohl die Analphabetenrate in den vergangenen 15 Jahren zurückgegangen ist, sind weltweit vor allem die ärmeren Regionen und dort wiederum besonders die Mädchen vom Bildungsdefizit betroffen. ****

Afrika schneidet dabei in den aktuellen UNESCO-Statistiken besonders schlecht ab: "70 Prozent aller Menschen, die beispielsweise in Burkina Faso leben, haben nie in ihrem Leben Lesen oder Schreiben gelernt. Ihnen eine zweite Chance zu bieten ist das Ziel", als Beispiel führt die Nationalratsabgeordnete ein nicht-formelles Berufsbildungszentrum in Banfora, im Südwesten des Landes an, welches sie vor kurzem besuchte:
"Die Jugendlichen, die dort eine Berufsausbildung in Landwirtschaft und Viehzucht oder im Bestimmen und Verarbeiten traditioneller Heilpflanzen bekommen, sind etwa zwischen zwölf und 24 Jahre alt. Sie lernen, neben Lesen, Schreiben und Rechnen einen Beruf, mit dem sie später in der Lage sein würden, Geld zu verdienen."

Diese Schule habe aber auch einen "heimlichen Lehrplan" so Bayr weiter: "Sie ist eine wirksame Waffe gegen Kinder- und Menschenhandel. Denn gerade in der südwestlichen Grenzregion Burkina Fasos werden junge Leute unter falschen Versprechungen in die Nachbarländer gelockt. In Wirklichkeit landen sie als billige Arbeitskräfte auf den Feldern, wo sie in sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen ausgebeutet werden und oft keine Chance zur Flucht haben!"

So hätten die jungen Leute in Banfora auch schon eine klare Vorstellung, von dem, was sie mit dem Gelernten später erreichen wollten: "Ich will, dass meine Leute zu qualitativ hochwertiger und zudem leistbarer Medizin kommen", so eine Schülerin, die gerade eine Ausbildung zur Drogistin macht. Und ein junger Mann: "Ich will in mein Dorf neue Pflanzen bringen, mit denen man am Markt mehr Geld erzielen kann als mit Hirse und Mais."

"Vielleicht ein Fortschritt der nur schwer messbar ist, aber dafür umso spürbarer - Dank der österreichischen Entwicklungshilfe", so Bayr. (Schluss) sa

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