Opferentschädigung: Wien zieht Zwischenbilanz

Leistungen für Betroffene von Gewalt in Einrichtungen der Wiener Jugendwohlfahrt werden sehr positiv angenommen

Wien (OTS) - Die seit Ende August 2010 mit der Koordination der Hilfeleistungen für Betroffene von Gewalt in Einrichtungen der Wiener Jugendwohlfahrt beauftragte Opferhilfeorganisation Weisser Ring zieht Zwischenbilanz: Insgesamt haben sich bisher 255 Betroffene bei der Stadt Wien bzw. bei der dafür eingerichteten Außenstelle des Weissen Ringes gemeldet. 80 Opfer nehmen psychologische Betreuung oder Therapien in Anspruch, insgesamt 85 Personen wurden bisher finanzielle Leistungen zugesprochen.

"Aus den persönlichen Kontakten und zahlreichen positiven Zuschriften wissen wir, dass diese Initiative der Stadt Wien für die Betroffenen äußerst wichtig ist", erklärt Hon.Prof. Dr. Udo Jesionek, Präsident des Weissen Ringes: "Den meisten Opfern geht es um die Anerkennung des erlittenen Unrechts, um das Ernstnehmen ihrer persönlichen Leidensgeschichte."Es sei schwierig, das Erlittene in Zahlen umzumünzen, dennoch seien auch die finanziellen Zuwendungen ein Zeichen für die Anerkennung des Opferstatus, das von den Betroffenen sehr gut angenommen werde.

"Ich danke Ihnen. Sie haben meine Welt liebevoller und lebenswerter gemacht", heißt es von einem Opfer; "Es ist wirklich eine Sensation, was die Stadt Wien bzw. der Weisse Ring für solche Fälle vollbracht hat. Da gehört schon ein großes Lob ausgesprochen" oder: "Herzlichst Danke für die Zeit und die Kraft, die Sie mir damit schenken", von anderen.

Hilfestellung rasch und unbürokratisch

Mitte Dezember 2010 hatte der Wiener Gemeinderat ein Budget von 2 Millionen Euro für Hilfeleistungen für Betroffene von Gewalt in Einrichtungen der Wiener Jugendwohlfahrt beschlossen. Das Wiener Gremium unter Vorsitz von Jesionek hat bisher 120 Fälle behandelt und über Entschädigungszahlungen bzw. sonstige Leistungen entschieden, die über das rasch und unbürokratisch verfügbare Basisangebot von 10 Stunden Psychotherapie und 1 Stunde anwaltliche Beratung hinausgehen. Die Höhe der finanziellen Entschädigungen orientiert sich an der gängigen Schadenersatzjudikatur, je nach individuellem Fall kann davon auch abgewichen werden. Jedem Opfer steht der Zivilrechtsweg dennoch weiter offen. Am 21. Februar 2011 starteten die ersten Auszahlungen.

Meldefrist bis 30. Juni 2011

Betroffene von Gewalt in Einrichtungen der Wiener Jugendwohlfahrt können sich noch bis zum 30. Juni 2011 in der Außenstelle des Weissen Ringes in der Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft, Alserbachstraße 18, 1090 Wien, Tel.: 01/4000-85 918 oder 01/4000-85 917 melden. "Auch wenn danach noch Meldungen einlagen, werden wir alles tun, um diesen Menschen rasch und unbürokratisch zu helfen", so der Wiener Kinder- und Jugendstadtrat Christian Oxonitsch abschließend.

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