Erfolgreiche Integrationsbegleitung für Asylberechtigte

Beratungsstelle "Startbegleitung" von Interface Wien zieht 3 Jahresbilanz

Wien (OTS) - Rund 500-700 Personen wird pro Jahr in Wien Asyl gewährt. Nach oft jahrelangem Warten in Unsicherheit und erzwungener Untätigkeit schafft der positive Asylbescheid rechtliche Klarheit. Allerdings strömt eine Fülle von neuen Herausforderungen auf die Flüchtlinge ein: Deutschkurs besuchen, Wohnung und Arbeit suchen, eine eigenständige Existenz aufbauen. Seit April 2008 leistet Interface Wien mehrsprachige Beratung und Integrationsbegleitung für asylberechtigte und subsidiär schutzberechtigte Personen und Familien. Das Betreuungsangebot schließt nahtlos an die "Grundversorgung" für Asylsuchende an und bietet eine zeitlich befristete Integrationsbegleitung von rund zwei Jahren. Die "Startbegleitung" bei Interface Wien wird durch die MA 17 (Integration und Diversität) und die MA 40 (Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht) finanziert.

Frauenberger: "Wir wollen den Menschen eine Zukunft geben, damit sie ihr Leben in Wien selbstständig gestalten können."

Dazu die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger: "Weil wir diesen Menschen eine Zukunft geben wollen, unterstützen wir sie gezielt durch Hilfe zur Selbsthilfe, um ihr neues Leben in Österreich eigenverantwortlich und selbständig zu gestalten. Aufgrund der bedauerlicher Weise immer noch lange andauernden Asylverfahren ohne Arbeitsmöglichkeit für die Betroffenen, bietet dieses Programm eine nicht mehr wegzudenkende Starthilfe für einen echten Neuanfang."

"Wenn ihr nicht da wärt, wüsste ich nicht, wie ich das alles schaffen kann"

Die Bilanz kann sich sehen lassen: 1.939 KlientInnen und deren Familienangehörige wurden in den ersten drei Jahren betreut, insgesamt waren das 4.691 Personen, das sind die KlientInnen und deren Familienangehörige, wurden in den ersten drei Jahren betreut. Allein im Jahr 2010 haben sich 582 KlientInnen erstmals an die Beratungsstelle gewendet, die größten Herkunftsländer waren die Russischen Föderation (266), Afghanistan (133), Somalia (34) sowie Iran/Irak (jeweils 32). Rund 68 Prozent sind Einzelpersonen, 3 Prozent Paare und 29 Prozent Familien. Mehr als 50 Prozent der Familien sind alleinerziehende Mütter mit Kindern, häufig Kriegswitwen.

Die Beratung findet in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi, Russisch, Tschetschenisch, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch und Georgisch statt und wird von den KlientInnen hoch geschätzt. "Die 'Startbegleitung' ist ein Profiverein. Dort wo die anderen mir nicht helfen konnten oder wollten, hat sie es getan", meint ein Klient aus dem Iran. Oder eine Frau aus Georgien hält fest: "Wenn ihr nicht da wärt, wüsste ich nicht, wie ich das alles schaffen kann."

Arbeitsweise der Beratungsstelle: Von punktueller Beratung bis zu umfassendem Case Managementprozess

Mit dem positiven Asylbescheid werden KlientInnen über die "Startbegleitung" informiert. In einem ersten Clearinggespräch, das niederschwellig ohne Terminvereinbarung am offenen Beratungstag möglich ist, stellen die MitarbeiterInnen die individuellen Bedürfnisse und den Beratungsbedarf fest.

"Die Erfahrung zeigt, dass rund 64 Prozent der KlientInnen nur eines oder mehrere Beratungsgespräche benötigen, um ihre Probleme zu lösen. 36 Prozent werden aufgrund der Komplexität der Problemlagen in eine intensive Case Management-Betreuung übernommen. Dabei handelt es sich häufig um Familien, die unmittelbar nach dem Asylbescheid noch keinerlei Orientierung, Wissen und Sicherheit haben, um ihr Leben selbstständig zu steuern, darunter viele alleinerziehende Frauen; weiters auch um Personen, die wegen mit Behinderungen, Kriegsinvalidität, Traumata, familiäre Probleme wie Gewalt oder Scheidung ihren Alltag noch nicht selbständig meistern können", weiß Mag.a Susanne Schaidinger, die Leiterin der Beratungsstelle.

Zunächst werden zwischen KlientIn und BeraterIn Ziele vereinbart, die im Prozess gemeinsam erreicht werden sollen (z.B. eine Wohnung finden oder einen Deutschkurs absolvieren). Wenn sich das ausschließlich auf die neue Lebenssituation als anerkannte Flüchtlinge und die damit zusammenhängenden Integrationsbestrebungen (Existenzsicherung, gesicherte Wohnsituation, Spracherwerb, bildungsadäquate Versorgung der Kinder etc.) bis hin zu einer Erwerbstätigkeit bezieht, kann die Betreuung häufig nach wenigen Monaten abgeschlossen werden. Dann können die nächsten Schritte selbstständig bewältigt werden. Bestehen komplexeren Problemlagen, wird meist der vorgesehene Zeitraum von 2 Jahren ausgeschöpft.

Besonderen Wert wird übrigens auf die Bildung der Kinder gelegt, unter anderem durch die Möglichkeit an der KinderUni teilzunehmen. Für Jugendliche gibt es ein Mentoring-Programm in Kooperation mit dem Verein "Grenzenlos", um den Kontakt mit österreichischen Jugendlichen zu fördern.
Nähere Informationen unter www.interface-wien.at (schluss)gph

Bildmaterial zu dieser Aussendung ist in Kürze unter www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar.

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Büro Stadträtin Sandra Frauenberger
Mediensprecherin Gabriele Philipp
Tel.: +43 1 4000 81295
mailto: gabriele.philipp@wien.gv.at

Mag.a Susanne Schaidinger, Interface Wien
Abteilungsleitung "Startbegleitung"
+43 1 524 50 15-54
e-mail: s. schaidinger@interface-wien.at

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