"profil": Hypo-Chef Kranebitter: Steuerzahler könnten auf Kosten der Notverstaatlichung sitzen bleiben

Gottwald Kranebitter: "Man muss auf dem Boden bleiben" - Zerschlagung der Bank bis 2014 geplant

Wien (OTS) - In einem Interview in der Freitag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" räumt der seit einem Jahr amtierende Vorstandsvorsitzende der Hypo Alpe-Adria-Bank International AG, Gottwald Kranebitter erstmals ein, dass Österreichs Steuerzahler wohl auf einem Teil der Kosten der Notverstaatlichung sitzen bleiben könnten. Die Bank hatte bekanntlich nach 2008 insgesamt 1,55 Milliarden Euro vom Bund und Land Kärnten beansprucht und war bisher nicht in der Lage, das staatliche Partizipationskapital zu bedienen. Aus diesem Titel sind dem Budget seit 2008 zusätzlich 180 Millionen Euro entgangen, insgesamt also 1,7 Milliarden. Das dieser Betrag im Zuge der beabsichtigten Reprivatisierung wieder herein kommt, will Kranebitter ausdrücklich nicht bestätigen: "Ich glaube, man muss in dieser Frage auf dem Boden bleiben. Die Bank muss bis 2017 öffentlich garantierte Finanzierungen von insgesamt 20 Milliarden Euro zurückzahlen. Erst danach stellt sich die Frage, wie viel die öffentliche Hand von ihren eingesetzten Geldern zurückbekommt. Unser Ziel ist es, möglichst viel davon wieder herein zu spielen."
Bis 2014 will Kranebitter Käufer für drei Teilbereiche der Bank finden: Das Österreich-Geschäft, die Italien-Tochter und das Netzwerk in Südosteuropa. Damit wird die Hypo Alpe-Adria de facto zerschlagen. "Die Bank wird in gut abgrenzbare, auch heute schon selbstständig agierende Einheiten aufgeteilt, die anschließend verkauft werden sollen", so Kranebitter. "Die Hypo Alpe-Adria zu ihrem größenmäßigen Höhepunkt am 31. Dezember 2008 wird es in Zukunft nicht mehr geben."

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