- 19.04.2011, 10:45:36
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Greenpeace: BP spielt Folgen der Ölpest herunter
Ölmulti darf ein Jahr nach Deepwater Horizon-Unglück wieder im Golf von Mexiko bohren
Wien (OTS) - Die Spuren der größten Ölkatastrophe in der
US-Geschichte sind auch zwölf Monate nach der Explosion der Deepwater
Horizon noch überall zu finden, wie unabhängige Untersuchungen der
Umweltorganisation Greenpeace ergeben. Verändert hat sich auch an der
Haltung der Unglücksfirma BP nichts. "Vom ersten Tag an versuchten BP
und die US-Regierung das Ausmaß des wohl schwärzesten Tages für den
Golf von Mexiko herunterzuspielen und das setzen sie erfolgreich bis
heute fort. Statt aus diesem verheerenden Unglück zu lernen, darf BP
ein Jahr danach im Golf von Mexiko wieder nach Öl bohren", kritisiert
Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.
"Die Schamlosigkeit der Ölindustrie zeigt sich am deutlichsten bei
Transocean, der Betreiberfirma der Bohrplattform 'Deepwater Horizon'.
Das Topmanagement wurde 2010 mit einer Bonuszahlung bedacht, da
dieses Jahr groteskerweise das erfolgreichste der Firmengeschichte
war, was die Einhaltung der Sicherheitsstandards betrifft", zeigt
Westerhof auf.
Ein Jahr nach der Katastrophe ist offiziellen Angaben zufolge der
Großteil der 780 Millionen Liter ausgetretenen Öls längst wieder
abgebaut. Unabhängige Bestätigungen dafür gibt es bisweilen nicht. Um
sich ein eigenes Bild zu machen, war das Greenpeace-Schiff 'Arctic
Sunrise' in den vergangen Wochen mit einem Team aus unabhängigen
WissenschaftlerInnen am Unglücksort.
Die Untersuchungen zeigten, dass vor allem in der Tiefsee das Öl
wegen der Dunkelheit, den niedrigen Temperaturen und dem hohen Druck
nur sehr langsam abgebaut wird. Im Plankton und auch an den Stränden
rund um den Golf von Mexiko findet man nach wie vor Ölrückstände.
Immer noch werden verendete Meeresbewohner angeschwemmt. Insgesamt
wurden bisher über 6.000 tote Vögel, rund 700 verendete Schildkröten
sowie mehr als 100 gestrandete Wale und Delfine gezählt. Diese
offiziellen Angaben liegen jedoch weit unter der tatsächlichen
Opferzahl. Viele Meerestiere sterben auf offener See und werden nie
gefunden.
"Während die Spuren ein Jahr nach der Katastrophe immer noch
allgegenwärtig sind, bemühen sich US-Regierung und BP, das Unglück
möglichst schnell in Vergessenheit geraten zu lassen und sich den
Alltagsgeschäften zuzuwenden. Gelernt hat man scheinbar nichts aus
der Katastrophe", so Jurrien Westerhof und weist auf die
wiedererlangte Bohrgenehmigung von BP hin. Ein Monat nach der
Explosion wurde zwar ein Moratorium für die Bohrungen in einem
kleinen Gebiet im Golf von Mexiko verhängt, das jedoch nach fünf
Monaten wieder aufgehoben wurde. Seit wenigen Wochen steht fest, dass
BP ab Sommer wieder offiziell im Golf von Mexiko Ölbohrungen
durchführen darf. Auch vor der Küste Alaskas, in einem noch viel
empfindlicheren Ökosystem, wird weiter nach Öl gebohrt. "Wenn die
Ölindustrie so weiter machen darf, ist es nur eine Frage der Zeit bis
die nächste Ölkatastrophe passiert", fasst Westerhof zusammen.
Eine deutsche Zusammenfassung und den Report von Greenpeace USA
(englisch) über Hintergründe zum Unfall der Deepwater Horizon können
Sie unter www.greenpeace.de/oel downloaden.
Fotos der Ölkatastrophe auf Anfrage erhältlich:
http://www.ots.at/redirect/Fotos_Oelkatastrophe
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE
Dipl.-Ing. Jurrien Westerhof, Energiesprecher Greenpeace,
Tel.: 0043 664 6126701
Melanie Aldrian, Pressesprecherin Greenpeace,
Tel.: 0043 664 6126725
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