"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Handel mit China"

Wer Menschen verschwinden lässt, ist auch kein verlässlicher Handelspartner.

Wien (OTS) - Fernab des fröhlichen Ministerratens müssen sich Bundeskanzler Faymann und Außenminister Spindelegger mit der Lage in China beschäftigen. China ist als Wirtschaftspartner heute schon wichtiger als die USA (siehe S. 6) - und es steht ein wichtiger Besuch des Bundeskanzlers in Peking bevor. Im Mai jährt es sich zum 40. Mal, dass die Republik Österreich mit Maos Regierung diplomatische Beziehungen aufgenommen hat. Damit waren wir international Vorreiter, der Schritt kam vor der Aufnahme Chinas in die UNO. Wirtschaftlich sind die Österreicher schon länger aktiv. Industrielle reisten 1956 während der "Hundert-Blumen-Bewegung" ein, da ließ Mao kurz ein Stückchen Demokratie zu.
Wer in China Geschäfte machen will, braucht die kommunistische Führung. Deshalb fahren Unternehmer gerne mit dem Kanzler im Mai nach Peking. Aber wer mit den Europäern Handel treiben will, muss einen Mindeststandard an Menschenrechten akzeptieren.
Das kleine Österreich, ungefähr so groß wie eine mittlere chinesische Stadt, wird die Kommunisten nicht unter Druck setzen können. Umso wichtiger ist es, dass sich die EU einig ist. Insoferne haben Faymann und Spindelegger recht, dass sie das Verschwinden Ai Weiweis auf europäischer Ebene thematisieren.

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