AK fordert rasche Umsetzung der Maßnahmen für gesunde Arbeitswelt

Wien (OTS) - Wer A sagt, muss auch B sagen: Es gibt einige gute Gesetze und Initiativen (Rehabilitation vor Pension, Fit2Work, Fit für die Zukunft, Gesundheitsstraße, Betriebliche Gesundheitsförderung), was aber fehlt, ist ein ganzheitliches Projekt und das Ziel einer flächendeckenden Umsetzung. Entscheidend dabei ist eine ausreichende finanzielle Ausstattung. Für eine gesunde Arbeitswelt muss die Gesellschaft zunächst Geld in die Hand nehmen, die sich später - wie viele Studien zeigen - betriebs- und volkswirtschaftlich rentieren werden, fordert die AK. Sie belegen einen Return on Investment von 1:3 und mehr - für einen in Prävention investierten Euro kommen demnach drei Euro an Einsparungen zurück.

Zwar werden derzeit für Fit2Work 28 Millionen und für Fit für die Zukunft 1,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, es fehlt aber der wichtige nächste Schritt, nämlich die Bereitschaft, aus diesen Projekten auch dauerhafte und in ganz Europa herzeigbare Erfolgsmodelle zu machen. Fit2work muss rasch und umfassend umgesetzt werden. Fit für die Zukunft muss 2012 bundesweit den Betrieben angeboten werden. Die betriebliche Umsetzung muss gefördert werden.

Auch im Bereich der sog Gesundheitsstraße werden rund 5.000 Personen, die zwar nicht invalid, aber doch gesundheitlich eingeschränkt sind, von der PVA zum AMS zurückgeschickt, ohne sie bei Vorliegen der Voraussetzungen beruflich zu rehabilitieren.
Ohne die Bereitschaft zu Zukunftsinvestition in Prävention und vor allem einer Aufwertung der Betrieblichen Gesundheitsförderung wird eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und damit der Beschäftigungsfähigkeit einer alternden Erwerbsbevölkerung nicht gelingen.

Wichtig ist, dass sich die Gesundheitsprävention in den Betrieben in erster Linie auf die konkreten Arbeitsbedingungen konzentriert, diese müssen verändert und verbessert werden, um arbeitsbedingte Erkrankungen zu vermeiden. Angesichts der dramatisch zunehmenden psychischen Erkrankungen, die zum Verlust der Arbeitsfähigkeit und zur massiven Zunahme von Invalidisierungen führen, muss der Arbeitnehmerschutz durch die Erweiterung der Evaluierung durch Arbeitspsychologen verbessert werden. Obwohl evident ist, dass die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz stetig steigen, wird deren verpflichtender Einsatz von der Wirtschaft bisher abgelehnt.

Ebenso müssen Unternehmen Möglichkeiten für einen rechtzeitigen Tätigkeitswechsel der älter werdenden Beschäftigten aufbauen. Konkret bedeutet das die Entwicklung von alternsgerechten Laufbahn- und Karriereplänen. Auch hinsichtlich der Arbeitszeitgestaltung für ältere ArbeitnehmerInnen müssen adäquate Arbeitszeitformen entwickelt werden, die es ermöglichen, genügend Ruhephasen zur körperlichen und psychischen Regeneration durchlaufen zu können.

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