Blecha: Arbeitsreform statt Pensionsreform

Pensionistenverbands-Präsident präsentiert 12-Punkte-Programm "Gesund länger arbeiten"

Wien (OTS/SK) - Der Präsident des Pensionistenverbands Österreichs (PVÖ) Karl Blecha präsentierte heute, Montag, in einer Pressekonferenz das 12-Punkte-Programm "Gesund länger arbeiten" für eine Reform der Arbeitswelt, vor allem für ältere Beschäftigte. "Wir brauchen altersgerechte und gesunde Arbeitsmöglichkeiten für ältere Arbeitnehmer. Nur dann wird das faktische Pensionsantrittsalter steigen, nur dann wird länger arbeiten bis zum Regelpensionsalter möglich sein. Gestalten wir die Arbeit neu." Man brauche keine Pensionsreform, sondern eine Reform der Arbeitswelt, betonte Blecha. ****

Für eine Reform müsse man einerseits Maßnahmen, die es bereits gibt, unter einen Hut bringen und flächendeckend umsetzen. Andererseits seien zusätzliche Maßnahmen notwendig, um das Ziel einer Anhebung zu erreichen. "Dafür muss man Geld in die Hand nehmen", forderte der PVÖ-Präsident, der auf Finnland verwies, wo innerhalb von fünf Jahren das faktische Pensionsantrittsalter um ein Jahr angehoben wurde. "Was Finnland kann, muss auch für Österreich möglich sein", so Blecha. Das 12-Punkte-Programm des Pensionistenverbands soll daher mithelfen, eine neue Qualität der Arbeit für ältere Arbeitnehmer zu ermöglichen.

Das Programm beinhaltet u.a. folgende Punkte:

  • Gesunde, altersgerechte Arbeit und Arbeitsgestaltung, etwa durch ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze, gesunde und sichere Arbeitsbedingungen und altersgerechte Arbeitszeitgestaltung.
  • Ganz zentral ist die verpflichtende betriebliche Gesundheitsvorsorge. Hier soll ein Schwerpunkt auf psychische Erkrankungen gelegt werden, denn bereits 44,5 Prozent der Frühpensionierungen haben ihren Ursprung in psychischen Erkrankungen wie beispielsweise "Burn-Out". Dazu müssen die Programme "fit2work" bzw. "Fit für Österreich" verstärkt werden. "Eine Rehabilitation oder Psychotherapie muss bereits vor Antrag auf eine Pension erfolgen", betonte Blecha.
  • Das Recht auf Reduktion der Arbeitszeit für ältere Arbeitnehmer. "Es ist besser, man ist kurz beschäftigt als zu früh in Pension", so der PVÖ-Präsident.
  • Ein Malus für Arbeitgeber, die ältere Beschäftigte kündigen, und Zuschüsse für Dienstgeber bei Weiterbeschäftigung gesundheitlich eingeschränkter Arbeitnehmer.
  • Sofort umsetzbar ist die Einführung eines Frühpensions-Mentoring, um weitergehende Maßnahmen zur Anhebung des Frühpensionsalters zu erarbeiten.

Blecha hob die Fähigkeiten älterer Arbeitnehmer wie Erfahrung, Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit sowie Verantwortungsgefühl hervor: "Wir können nicht auf das Potential zehntausender älterer Arbeitnehmer verzichten. Sie sind zu gut, zu wichtig und zu wertvoll, um sie in die Frühpension abzuschieben", so Blecha. Der Pensionistenverband startet daher eine Kampagne gegen Zwangspensionierungen. "Es haben sich viele Leute bei uns gemeldet, die von ihren Dienstgebern de facto zwangspensioniert werden, obwohl sie noch länger arbeiten wollen und können", berichtete PVÖ-Generalsekretär Andreas Wohlmuth. (Schluss) pl/sc

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0001