Creditreform PRIVATINSOLVENZSTATISTIK 1. Quartal 2011: 43 Insolvenzen pro Werktag

4,6% mehr insolvente Privatpersonen

Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform Privatinsolvenzstatistik für das 1. Quartal 2011 zeigen einen Anstieg der Insolvenzen von Privatpersonen: 2.705 zahlungsunfähige Private bedeuten ein Plus von 4,6%. Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist dabei um 6,7% auf 2.389 Verfahren gestiegen, die mangels Vermögen zurückgewiesenen Insolvenzanträge sind um 9,5% auf 316 Verfahren gesunken. Die Insolvenzursachen liegen hauptsächlich im falschen Umgang mit Geld. Ein Drittel der Insolvenzen ist weiterhin auf gescheiterte Selbstständige zurück zu führen. Hauptgläubiger sind Banken und Telekommunikationsunternehmen. Die durchschnittliche Verschuldung beträgt ca. 80.000 Euro.

Bundesländervergleich: 4 von 10.000 Erwachsenen sind zahlungsunfähig/überschuldet

Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt, dass in Salzburg (+42,9%), in der Steiermark (+15,1%) und in Niederösterreich (+13,0%) die Insolvenzen am stärksten angestiegen sind. Im Burgenland (-33,3%), Tirol (-15,3%) und Kärnten (-11,2%) sind sie hingegen am stärksten gesunken. Spitzenreiter bei der absoluten Zahl an Insolvenzen ist die Bundeshauptstadt. 1.059 Fälle (+10,1%) oder rund 40% aller Privatinsolvenzverfahren in Österreich finden in Wien statt. 8 von 10.000 erwachsene Wiener wurden insolvent. Österreichweit wurden hingegen 4 von 10.000 Erwachsenen zahlungsunfähig.

Conclusio 1. Quartal 2011

Der gute alte Rechtsgrundsatz des "do ut des - ich gebe, damit du gibst" gilt im Geschäftsverkehr nur mehr eingeschränkt. Der Konsumlaune wird oft stante pede nachgegeben, das dafür notwendige Geld ist allzu oft nicht vorhanden. Das Sparen in guten Zeiten und die nachhaltige Vorsorge für allfällige schlechte Zeiten wird angesichts geringer Sparzinsen und allgemeiner Verunsicherung wegen der Wirtschaftsentwicklung einem oftmals hedonistischem Lebensgefühl hintangestellt. Dazu kommt ein zumindest stagnierendes Reallohnniveau mit einer steigenden Inflationsgefahr, die für ohnehin schon einkommensschwache Schichten ein genaues Kalkulieren in der alltäglichen privaten Einnahmen-Ausgaben-Rechnung erfordern, was aber oft nicht getan wird. Neben dem eigenen Finanzmanagement ist wieder einmal auch die Politik gefragt. Ziel- und zweckgerichtete Sozialmaßnahmen sind sinnvoll und notwendig. Damit einhergehen sollte aber das öffentliche Bewusstsein dafür geschärft werden, dass niemand auf Dauer mehr ausgeben kann als er einnimmt.

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