VIER PFOTEN begrüßt Forderung der Fleischindustrie nach höheren Preisen

Je billiger das Fleisch, desto unwahrscheinlicher ist artgemäße Tierhaltung

Wien (OTS) - Bereits seit langer Zeit werden die Lockangebote mit Dumpingpreisen bei Fleisch von VIER PFOTEN scharf kritisiert. Mit so niedrigen Marktpreisen kann kein konventioneller Landwirt seinen Tieren artgemäßes Leben ermöglichen. Nun fordert die fleischproduzierende Industrie selbst eine zehnprozentige Erhöhung der Fleischpreise für den Endverbraucher. "Endlich", sagt VIER PFOTEN-Gründer Helmut Dungler: "Es muss volle Kostenwahrheit anstelle von Fleisch zum Nulltarif geben. Nur so kann es zu bewussterem Fleischkonsum kommen."

Jährlich landen rund 150.000 Tonnen Nahrungsmittel auf dem heimischen Müll - darunter befindet sich eine Unmenge an Fleisch. Die niedrigen Preise der tierischen Produkte verleiten zu übermäßigen Einkäufen. Bis zu ein Drittel aller Fleischprodukte liegt sogar als Aktionsware in den Regalen. Diese Schleuderpreise sind für VIER PFOTEN einer der Hauptverursacher für eine soziale und wirtschaftliche Entwicklung, die auf Kosten artgerechter Tierhaltung geht: Pro Jahr isst jeder Österreicher durchschnittlich 66 Kilogramm Fleisch. Ausgegeben wird für Fleisch jedoch immer weniger, nur noch 2,5 Prozent des durchschnittlichen Monatseinkommens werden aufgebracht. Auch Lebensmittel im Allgemeinen werden immer unwichtiger: Insgesamt werden 12,5% für Lebensmittel ausgegeben. Zum Vergleich: Im Jahr 1960 waren es noch etwa 40%.

"Diese Zahlen sprechen für sich", sagt Helmut Dungler: "Kein konventioneller Landwirt kann noch wirtschaftlich überleben, wenn er auf artgemäße Haltung achtet. Dies geht nicht nur auf Kosten von Österreichs Wirtschaft, sondern vor allem auf Kosten der tausenden Tiere, die ihr kurzes Leben eingepfercht in engen Stallungen und ohne natürlichen Lebensraum verbringen müssen." Die Fleischindustrie fordert die Preiserhöhung aufgrund von massiv gestiegenen Kosten für Futter und Produkte wie Folien oder Gewürze, VIER PFOTEN fordert zusätzlich die artgemäße Tierhaltung endlich zu berücksichtigen.

Ein weiteres Problem der niedrigen Fleischpreise ist ein psychologisches: Die Menschen verlieren mehr und mehr den Bezug zu den Produkten auf ihrem Teller. Der Konnex zwischen lebendigem Schwein oder Kalb und dem Schnitzel am Teller gibt es in den Köpfen der Österreicher kaum noch. "Die Tiere müssen diese 'was nichts kostet, ist nichts wert'-Mentalität mit einem traurigen Dasein bezahlen", sagt Helmut Dungler.

VIER PFOTEN ist daher erfreut über die geforderte Erhöhung der Fleischpreise. Die Preise von Nahrungsmitteln tierischer Herkunft müssen in Zukunft artgemäße Haltung der landwirtschaftlichen Nutztiere ermöglichen. "Wir müssen uns jedoch im Klaren darüber sein:
Eine Erhöhung um zehn Prozent ist zwar ein guter Schritt, jedoch noch lange nicht ausreichend, um die Produktionsform der artgerechten Nutztierhaltung aus ihrer Nische zu holen", gibt Helmut Dungler abschließend zu bedenken.

Auch für die Menschen selbst empfiehlt übrigens sich eine Reduktion des Fleischkonsums: Weniger Fleisch zu essen ist nachweislich gut für die Gesundheit - aber auch für das Klima.

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