Ludwig: Die neuen Wiener HausbetreuerInnen - schrittweiser Ausbau läuft

Nach der erfolgreichen Einführung startet jetzt die zweite Phase. Das Angebot wird überall dort, wo es die Mieterinnen und Mieter wünschen, sukzessive ausgeweitet.

Wien (OTS) - Die ersten Wiener HausbetreuerInnen sind seit
mehreren Monaten in den Wiener Gemeindebauten tätig. Die Zufriedenheit der BewohnerInnen mit dem neuen Angebot ist ausgesprochen hoch. Nach der erfolgreichen Einführung wird dieses Service nun weiter ausgebaut. "Wir starten jetzt die zweite Phase. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir laufend, dort wo es die Mieterinnen und Mieter wünschen, neue Wiener Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer zum Einsatz bringen und somit das Angebot sukzessive ausweiten", erklärte Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig heute, Mittwoch, im Rahmen der Präsentation der neuen Wiener Hausbetreuer. Aktuell sind 25 Wiener Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer bei der Wiener Wohnen Haus & Außenbetreuung beschäftigt. Einige von ihnen haben dieser Tage ihre Tätigkeit in jenen Wohnhausanlagen, die nunmehr in ihrer direkten Betreuung und Verantwortung stehen, aufgenommen. Gleichzeitig sind weitere MitarbeiterInnen, die ab Mai als Wiener HausbetreuerInnen tätig sein werden, in Ausbildung. "In Abstimmung mit den jeweiligen Wohnhausanlagen und in Einklang mit dem Wunsch der Mehrheit der Hausgemeinschaft werden wir das Angebot jedes Monat um acht bis zwölf Wiener Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer schrittweise ausweiten", so Ludwig.

Mit dem Modell der Wiener HausbetreuerInnen wurde von der Stadt Wien eine Alternative zum verhinderten "Hausbesorger NEU" - also HausbesorgerInnen, die mit einem modernem Berufsbild ausgestattet und auf Basis einer zeitgemäßen gesetzlichen Grundlage beschäftigt sein sollten - geschaffen. Im Mittelpunkt dieses Modells steht, dass die MitarbeiterInnen klar definierte Betreuungstätigkeiten haben und den BewohnerInnen vor allem auch als direkte AnsprechpartnerInnen mit fixen Sprechstundenzeiten zur Verfügung stehen. Damit kann den MieterInnen der Wiener Gemeindebauten trotz des politischen Vetos der ÖVP gegen ein neues Bundes-HausbesorgerInnengesetz, das seit dem Vorjahr als Entwurf vorliegt, ein entsprechendes Alternativangebot gemacht werden.

Eine Anstellung von neuen HausbesorgerInnen ist seit der Abschaffung des Bundes-Hausbesorgergesetzes durch die damalige ÖVP-FPÖ-Bundesregierung im Jahr 2000 aufgrund der rechtlichen Bestimmungen nicht mehr möglich. Die Beschlussfassung einer neuen bundesgesetzlichen Regelung, die bereits wenige Wochen nach dem eindrucksvollen Votum bei der Wiener Volksbefragung im Frühjahr des Vorjahres vorgelegen hat, scheiterte schließlich am dezidierten Nein der ÖVP. Ein Umstand, der vor dem Hintergrund, dass sich die überwältigenden Mehrheit von 84 Prozent der Wienerinnen und Wiener für die Schaffung einer Möglichkeit zur Einstellung von Hausbesorgerinnen und Hausbesorgern mit modernem Berufsbild ausgesprochen hat, bei vielen BewohnerInnen auf besonderes Unverständnis stößt. "Wir nehmen das Votum der Wiener Bevölkerung sehr ernst. Deshalb gehen wir den Wiener Weg und bieten im Bereich der Stadt Wien, überall dort, wo es die Mehrheit der Mieterinnen und Mieter wünscht, mit den Wiener Hausbetreuerinnen und Hausbetreuern eine Alternativlösung - auf Basis der derzeit geltenden gesetzlichen Bestimmungen - mit fixen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, einer umfassenden Betreuung aus einer Hand und mit zeitgemäßem Berufsbild an", erklärte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Klar definierte Aufgaben zu fixen Arbeitszeiten

Mit den Wiener HausbetreuerInnen, die täglich und ausschließlich in der von ihnen betreuten Wohnhausanlage vor Ort sind und fixe, den MieterInnen bekannte, Sprechstundenzeiten haben, wird dem vielfachen Wunsch nach der ,guten Seele' im Haus entsprochen. Der Leistungsumfang bezieht sich auf die Reinigung der gesamten Innen-und Außenbereiche zu klar festgelegten Dienstzeiten. Ausgenommen davon ist der Winterdienst, der aufgrund der geltenden Bestimmungen des Arbeitszeit- und Arbeitszeitruhegesetzes nicht möglich ist. Bei Schneefall ist vorgesehen, dass die Wiener HausbetreuerInnen die vorherrschenden Witterungsverhältnisse telefonisch an die Einsatzleitung melden und bei Gefahr in Verzug - etwa bei Blitzeisbildung - eine Streuung durchführen. "Die Hausbesorgerinnen und Hausbesorger, wie wir sie jetzt zum Teil noch haben, sind vom Arbeitszeitruhegesetz ausgenommen. Beim Wiener Weg darf aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen die wöchentliche Arbeitszeit von fünfzig Stunden nicht überschritten werden", führte Wohnbaustadtrat Ludwig aus.

Die Aufgaben der Wiener HausbetreuerInnen im Überblick

  • Fachgerechte Reinigung der zugeordneten Bereiche
  • Eingeschränkter Winterdienst und Meldung von Schneefall an die Einsatzzentrale, Durchführung von Sofortmaßnahmen bei Gefahr in Verzug
  • Kontrolle der Wohnhausanlagen und Meldung eventueller Schäden an die Hausverwaltung Wiener Wohnen
  • Durchführung einfacher Kleinreparaturen oder Unterstützung des Technikteams zur Durchführung von größeren Reparaturarbeiten
  • Lagerverwaltung und Materialanforderung
  • direkte AnsprechpartnerInnern mit fixen Sprechstunden für MieterInnen und MietervertreterInnen und damit die Kommunikationsschnittstelle zur Hausverwaltung Wiener Wohnen
  • Entgegennahme und Weiterleitung von Anfragen, Wünschen und Anregungen der MieterInnen an die Hausverwaltung
  • Einführung von NeumieterInnen in der Wohnhausanlage
  • Konfliktmanagement

Ausbildung in Kommunikation und Methoden zur Konfliktmanagement

Die Wiener HausbetreuerInnen werden mit dem Ziel der internen Qualifikation auf ihre Aufgaben praktisch und fachlich bestens vorbereitet. Neben der allgemeinen Einführung werden die neuen MitarbeiterInnen durch den Einsatz in einem erfahrenem Team umfassend mit der professionellen Reinigung und Durchführung von Reparaturen -gemäß den Standards der Haus- und Außenbetreuungs GmbH - vertraut gemacht. Nach der Einschulungsphase im Ausmaß von 120 Arbeitsstunden erfolgt ein Mentoring über einen Zeittraum von drei Wochen samt Unterstützung durch kompetente AnsprechpartnerInnen. Verpflichtend vorgesehen ist ebenso eine Aufzugsschulung, um die Betreuung der Lifte gemäß der geltenden Rechtsvorschriften gewährleisten zu können. Außerdem werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in Kommunikation und Methoden der Konfliktmanagement geschult. "Damit entsprechen wir dem Wunsch vieler Mieterinnen und Mieter nach sozial kompetenten und hervorragend ausgebildeten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern", hielt Wohnbaustadtrat Ludwig fest.

Keine Dienstwohnung - faires und transparentes Entlohnungssystem

Die Wiener HausbetreuerInnen werden nach der zu reinigenden Fläche (Stiegenhäuser, allgemeine Flächen) und den zu verrichtenden Tätigkeiten leistungsgerecht entlohnt. Bei der Zuordnung der zu betreuenden Gebäudeteile wird darauf geachtet, dass neben der Reinigung, den Kontrollgängen und Kleinreparaturen auch Zeit für die MieterInnen vorhanden ist. Der direkte Kontakt zwischen den MieterInnen und den Wiener HausbetreuerInnen ist ein von Wienerinnen und Wienern vielfach geäußerter Wunsch, dem durch diese Regelung Rechnung getragen wird.

"Aus zahlreichen Gesprächen weiß ich, dass viele Mieterinnen und Mieter für die Betreuung aus einer Hand und dafür, dass jemand in der Anlage ist, der auch für den sozialen Zusammenhalt sorgt, auch bereit sind, etwas höhere Betriebskosten zu leisten. Ihnen ist sehr wohl bewusst, dass ein Mehr an Leistung auch eine Mehr an Kosten bedeutet. Das Wiener Modell bietet ein faires und transparentes System, das nur einen minimalen finanziellen Mehraufwand mit sich bringt", unterstrich Ludwig. Die Mehrkosten, die durch die ausgeweitete Betreuung und die fixen Anwesenheitszeiten entstehen, belaufen sich am Beispiel einer Wohnung mit 66 Quadratmeter (entspricht der durchschnittlichen Wohnungsgröße) auf 1,43 Euro pro Monat.

Der Wiener Wohnbaustadtrat verwies außerdem darauf, dass die Wiener HausbetreuerInnen nur dort zum Einsatz kommen, wo es auch dem Wunsch der Mehrheit der MieterInnen entspricht: "Ich habe immer für die Wahlfreiheit zwischen der Rundum-Betreuung aus einer Hand, bei der auch jemand auf das gute Miteinander der Gemeinschaft schaut, und der ausschließlichen Reinigung plädiert. Diese Wahlfreiheit bieten wir in Wien jetzt in den städtischen Wohnhausanlagen an."

Im Gegensatz zu den bisherigen HausbesorgerInnen ist keine Dienstwohnung vorgesehen. Die Vertretung während des Urlaubs oder im Krankheitsfall erfolgt durch Teams der Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung und kann nicht, wie bei den bestehenden HausbesorgerInnen selbst geregelt werden.

Vor diesem Hintergrund wird schließlich im Vorfeld in jeder Wohnhausanlage, wo entsprechende Wünsche nach dem neuen Modell der Wiener HausbetreuerInnen vorliegen, darüber abgestimmt, ob dieser Wunsch auch von der Mehrheit der Hausgemeinschaft getragen ist. Zudem gilt es, diese Wohnhausanlagen mit den BewerberInnen bzw. den verfügbaren Kapazitäten von bereits bestehenden Wiener HausbetreuerInnen, die im direkten Umfeld wohnen, in Einklang zu bringen.

"Die Stadt Wien hat jedenfalls ihr Versprechen eingelöst und ein transparentes System mit Wahlfreitheit für die Gemeindemieterinnen und Gemeindemieter geschaffen. Im Sinne aller Wienerinnen und Wiener - und damit unabhängig von der Wohnform - appelliere ich aber erneut und nachdrücklich an die Verantwortlichen in der ÖVP ihre Blockadepolitik zu beenden und ein bundesweites, modernes Hausbesorgergesetz zu ermöglichen", so Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig abschließend.

Informationen für MieterInnen und BewerberInnen

Interessierte melden sich bei:

Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung GmbH
Landstraßer Hauptstraße 99/1/3A
1030 Wien
www.hausbetreuung-wien.at
Servicenummer: 0800 80 80 27 (Schluss) csi/kau

Rückfragen & Kontakt:

Hanno Csisinko
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01 4000-81983
hanno.csisinko@wien.gv.at

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