Grünewald: Bioethik, Forschung und Aufklärung Stiefkinder der Bundesregierung

Wissenschafts- und Gesundheitssprecher der Grünen verstärkt Kritik der Bioethikkommission an der Bundesregierung

Wien (OTS) - "Bioethik, Forschung und Aufklärung sind drei Stiefkinder der Bundesregierung. Obwohl der Fortschritt der Forschung immer rasanter wird und gerade in der Medizin neue Wege der Diagnosen und Therapie eröffnet, hinken die Gesetze seit Jahrzehnten hinterher. Ein Dschungel von Kompetenzen macht zudem die Orientierung an gesetzlichen Regelungen immer schwieriger. Grauräume und tatsächliche Lücken würden rasches Handeln erfordern, die Regierung aber zelebriert hier einen Dauerwinterschlaf", zeigt sich Grünewald verärgert.

"Zahlreiche ExpertInnen aus unterschiedlichsten Disziplinen in der Bioethikkommission entwickeln in harter und kontinuierlicher Arbeit seit über zehn Jahren Vorschläge und Positionen. Man fragt sich allerdings: 'Für wen?' Ein großer Fortschritt im Umgang mit medizinscher Forschung am Menschen war die Bioethikkonvention des Europarates, die von Österreich noch immer nicht ratifiziert wurde", kritisiert Grünewald die Untätigkeit der Bundesregierung.

"Zwischen blinder Fortschrittsgläubigkeit und irrationalen Ängsten vor Hybridwesen und Designer-Babys findet die öffentliche wie politische Diskussion keine verantwortungsvolle, realitätsgerechte Antwort. Daher fordere ich die regelmäßige Einbeziehung der Bioethikkommission in die Beratungen des Wissenschafts- und Gesundheitsausschusses, wo über aktuelle Probleme und anstehende Lösungen aufgeklärt und beraten werden sollte. Es kann nicht sein, dass hier entweder keine Entscheidungen fallen oder Entscheidungen gefällt werden, ohne zwischen wirklichen Urteilen und bloßen Vorurteilen und Ängsten unterscheiden zu können", erklärt der Wissenschafts- und Gesundheitssprecher der Grünen.

"Politik muss sich durch Wissen emanzipieren und dazu gehört es, sich auch komplexen und schwierigen Materien der Bioethik zu stellen. Die fortdauernde Vogel Strauß-Politik katapultiert uns sonst ins Mittelalter, erschwert und verunsichert Forschung und schadet letztlich jenen Menschen, die einerseits von diesem Fortschritt profitieren würden und andererseits vor Fehlentwicklungen gewarnt werden könnten", schließt Grünewald.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0003