FVMI: Deutsches E10-Chaos in Österreich verhindern

Mineralölindustrie fordert E10-Gipfel und verbindliche E10 - Einführung erst ab Herbst 2014

Wien (OTS) - Spektakulär scheiterte in Deutschland die Einführung von Benzin mit 10% Bioethanol - kurz E10 genannt. Während sich die Verantwortlichen gegenseitig lautstark die Schuld für das Informationschaos zuschoben, blieben am Ende Millionen verunsicherter Konsumenten zurück. Da sich heute kaum mehr ein Autofahrer sicher ist, ob sein Fahrzeug auch tatsächlich E10 verträgt, greifen viele zum teureren herkömmlichen Benzin mit 5 % Bioethanolanteil. Das unrühmliche Ergebnis: Deutschland wird 2011 seine ambitionierten Ziele, fossile Kraftstoffe mit mehr Biokraftstoffen zu ersetzen, verfehlen.

Ob man in Österreich aus den Vorkommnissen in Deutschland gelernt hat, wird sich erst zeigen. Die Mineralölwirtschaft fordert die Politik auf zu handeln und ersucht Bundesminister Mitterlehner im Namen der Konsumenten und der Wirtschaft um die Einberufung eines klärenden E10-Gipfels.

Verbindliche E10-Einführung erst frühestens ab Herbst 2014

Seitens der Regierung ist in Österreich die zwangsweise Einführung von E10 ab Oktober 2012 geplant. Überlegungen für abgestimmte Maßnahmen, um ein Einführungschaos wie in Deutschland zu verhindern, sind zwar im Ansatz angedacht, doch noch mit vielen Fragezeichen versehen. Seit Wochen verlangt daher auch die Mineralölwirtschaft einen E10-Gipfel, um einen Wiederholungsfall "Deutschland" in Österreich zu verhindern. "Die neue Kraftstoffverordnung, die E10 erfordern wird, ist noch nicht im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Jetzt wäre daher der richtige Zeitpunkt, um die verbindliche E10-Einführung ohne großen Aufwand noch von 2012 auf Herbst 2014 zu verschieben. Österreich ist beim Ersatz von fossilen Kraftstoffen durch Biokraftstoffe ohnehin führend in Europa. Auch wäre das Erreichen der EU-Klima- und Energieziele bis 2020 durch eine Verschiebung nicht gefährdet", sagt Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer der Fachverbandes der Mineralölindustrie.

Scheitern der Substitutionsverpflichtung vorprogrammiert

Derzeit gehen Experten davon aus, dass der Anteil jener Fahrzeuge, die E10 nicht vertragen und für die es keine Herstellerfreigabe gibt, noch relativ hoch ist. Konkrete Zahlen, die über vage Schätzungen hinausgehen, gibt es nicht. Darüber hinaus existiert auch noch keine europäische Norm und somit auch kein österreichisches Regelwerk für E10. Bis Ende 2014 wird sich aber der PKW-Altbestand, der nicht E10-tauglich ist, in jedem Fall verringert haben. Um die seitens der Landwirtschaft geforderte Substitutionsverpflichtung zu erfüllen, müssten am 1. Oktober 2012 ca. 85 % der benzinbetriebenen PKWs schlagartig auf E10 umsteigen. Nach dem heutigen Erfahrungsstand aus Deutschland ist dies mehr als unrealistisch, ein Scheitern der E10-Einführung wäre vorprogrammiert.

Freiwilligkeit statt Käuferstreik

Eine weitere Ursache für den "Käuferstreik" bei E10 in Deutschland ist, dass der Konsument die Einführung als Zwangsmaßnahme wahrnimmt. Daher tritt die Mineralölindustrie bei entsprechender Berücksichtigung der höheren Biokraftstoffanteile durch die Mineralölsteuer im ersten Schritt für eine partielle Einführung auf freiwilliger Basis ein, um den Kunden die Gelegenheit zu geben, sich an das neue Produkt zu gewöhnen. Ab Herbst 2014 könnte dann bei allen Tankstellen das heute übliche Super 95 mit dem neuen Super 95 E10 flächendeckend ausgetauscht werden. "Die Beimischung von Biokraftstoffen ist stets mit einem finanziellen Mehraufwand verbunden. Auf die österreichischen Autofahrer kommen infolge der E10-Einführung nach heutigem Stand geschätzte Mehrkosten von 60 Millionen Euro zu. Nach der saftigen Erhöhung der Mineralölsteuer zu Jahreswechsel wäre eine weitere Verteuerung durch staatliche Maßnahmen nach nicht einmal zwei Jahren für zahlreiche Autofahrer wohl kaum verständlich", sagt Capek.

Über den FVMI

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren (midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).

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