Missbrauch: Klasnic-Kommission zog Zwischenbilanz

837 Meldungen zu Missbrauch und Gewalt im kirchlichen Bereich - 253 Fälle abgearbeitet - Arbeit wird fortgesetzt

Wien, 13.04.11 (KAP) 837 Betroffene von Gewalt und Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen konnte die Unabhängige Opferschutzanwaltschaft unter der Leitung von Waltraud Klasnic im ersten Jahr ihres Bestehens verzeichnen. 253 Anliegen konnten bisher abgearbeitet werden, teilte die Kommission bei einer Zwischenbilanz-Pressekonferenz am Mittwoch in Wien mit. Insgesamt waren seit April des Vorjahres 909 Meldungen eingegangen, 72 davon fielen nicht in den Zuständigkeitsbereich der Opferschutzanwaltschaft. "Im Zweifel für das Opfer zu sein, ist unsere Hauptaufgabe. Die Menschen stehen im Vordergrund und nicht die Paragrafen", betonte Klasnic bei der Pressekonferenz.

Die Einrichtung werde noch einige Jahre weiter zur Verfügung stehen und die offenen Fälle abarbeiten, so Klasnic weiter. Die offizielle Meldefrist für Betroffene endet am 31. Mai dieses Jahres - spätere Meldungen werden dann über von den diözesanen Ombudsstellen abgewickelt.

Kardinal Christoph Schönborn hatte Waltraud Klasnic am 1. April 2010 als Unabhängige Opferschutzanwältin vorgestellt. Am 26. April 2010 präsentierte Klasnic die Kommissionsmitglieder und die Arbeit wurde aufgenommen.

Bei den 837 Betroffenen - davon 627 männlich, 210 weiblich - wurden bisher 239 Entscheidungen bzw. Maßnahmen getroffen: Davon entschied die Opferschutzkommission 199 Fälle, 40 weitere konnten ohne Vorlage in der Kommission erledigt werden, etwa durch das Vermitteln von persönlichen Gesprächen. Weiters konnten 14 Hilfestellungen gegeben werden in Fällen, die nicht in die Zuständigkeit der beiden Einrichtungen fielen.

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