Vorläufiges Jahresergebnis 2010 der KA Finanz AG

KA Finanz AG: Ergebnis des Geschäftsjahres 2010 über Plan

Wien (OTS) -

  • Vorläufiges UGB-Jahresergebnis ausgeglichen
  • EUR 249,5 Mio. Haftungsentgelte netto an die Republik Österreich bis Ende 2010 geleistet
  • Plangemäße Fusion der Kommunalkredit International Bank Ltd, Zypern
  • Über Plan liegender EUR 7,2 Mrd. Abbau von Risikopositionen bis Ende 2010

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Die KA Finanz AG (KF) hat heute das vorläufige Ergebnis für das Geschäftsjahr 2010 veröffentlicht. Dieses liegt mit einem ausgeglichenen Jahresergebnis über Plan. Seit Beginn der Restrukturierung wurden bis zum Jahresende 2010 EUR 7,2 Mrd. Aktiva und Haftungen abgebaut. Dies liegt EUR 3,8 Mrd. über den Parametern des ursprünglichen Restrukturierungsplanes. Im Laufe des Geschäftsjahres wurden zudem plangemäß die Aktivitäten der Kommunalkredit International Bank Ltd, Zypern (KIB), in die KF fusioniert (Aktiva von EUR 8,8 Mrd. und Haftungen von EUR 2,8 Mrd.). Die KIB wurde plangemäß im September 2010 geschlossen.

Die KF ist die Rechtsnachfolgerin der vormaligen Kommunalkredit und hält seit der Restrukturierung/Spaltung per 28. November 2009 die nicht strategischen Aktivitäten, insbesondere das Wertpapier- und CDS-Portfolio der vormaligen Kommunalkredit. Der Restrukturierungsplan hatte folgende Ziele:

  • Vermeidung von volkswirtschaftlichem Schaden
  • Minimierung der Beanspruchung von Ressourcen der öffentlichen Hand
  • keine Verlustrealisierung in einem "distressed market"
  • Höchstmöglicher Eigenbeitrag der Bank

Die Tätigkeiten der KF konzentrieren sich daher auf

  • Abbau bestehender Vermögensbestände
  • Refinanzierung bestehender Aktiva
  • Maßnahmen des Risikomanagements (Management des Kredit-, Wechsel und Zinsrisikos)

Ein aktivseitiger Aufbau des Geschäftsvolumens findet nicht statt. Die Kommunalkredit Austria AG und die KA Finanz AG sind zwei von einander unabhängige Finanzinstitute.

Den Zielsetzungen entsprechend konnte die KF im Jahr 2010 Positionen im Ausmaß von EUR 2,7 Mrd. abbauen, davon EUR 1,1 Mrd. über den planmäßigen Tilgungen von EUR 1,6 Mrd. gemäß Restrukturierungsplan. Dies konnte ohne wesentliche Kapitalbelastung und somit ohne Beanspruchung öffentlicher Mittel umgesetzt werden, da Verkäufe teilweise über den Buchwerten möglich waren.

Haftungsentgelte an die Republik Österreich

Seit der Übernahme durch die Republik Österreich hat die KF bis zum 31. Dezember 2010 insgesamt EUR 249,9 Mio. netto Haftungsentgelte für Refinanzierungsgarantien und Haftungsübernahmen geleistet. Diese betragen in Summe zum Jahresende 2010 EUR 8,2 Mrd. Davon sind bis zum Ende des ersten Quartals 2011 plangemäß EUR 2,2 Mrd. abgereift, sodass der derzeitige Haftungsstand EUR 6,1 Mrd. beträgt. Gemäß vor kurzem ergangener Entscheidung des Statistischen Amtes der Europäischen Union (EUROSTAT) werden davon EUR 1,0 Mrd. (aus Besserungsscheinbürgschaft) der Staatsschuld und dem -defizit zugerechnet.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die vorliegenden Ergebnis- und Bilanzzahlen sind infolge der Fusion der KIB zum 18. September 2010 nicht mit dem Einzelabschluss des Vorjahres vergleichbar. Zudem erfolgt seit der Fusion der KIB, und dem damit verbundenen Wegfall der Konzerneigenschaft, die finanzielle Berichterstattung auf UGB/BWG-Basis.

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2010 beträgt EUR 16,5 Mrd. Wertpapiere und Darlehen von in Summe EUR 12,5 Mrd. betragen 75,8 % der Bilanzsumme. Aus diesem Bestand verfügen 27,9 % über ein AAA/AA-Rating; insgesamt sind 85,0 % dem Investmentgrade-Bereich (BBB oder besser) zuzuordnen. Geografisch entfallen 54,8 % des Portfolios auf den EU-Raum, wobei 34,8 % dem EU-17-Euroraum sowie 20,0 % den restlichen EU-Staaten zuzurechnen sind.

Neben dem EUR 12,5 Mrd. Portfolio bestehen Haftungen aus CDS-Kontrakten (Credit Default Swaps) im Ausmaß von netto EUR 10,5 Mrd. Davon entfallen insgesamt 92,5 % auf EU-Staaten; 66,7 % davon auf den EU-17-Euroraum. Bezogen auf das Rating entfallen 95,9 % in den Investmentgrade-Bereich (BBB oder besser); 62,0 % daraus liegen im AAA/AA-Bereich.

Vom Gesamtobligo aus Wertpapierbeständen und Haftungen von EUR 24,7 Mrd. entfallen 50,8 % oder EUR 12,5 Mrd. auf den EU-17-Euroraum; daraus Staatsrisken von 4,1 % (EUR 1,0 Mrd.) Griechenland; 3,4 % (EUR 0,8 Mrd.) Irland und 3,4 % (EUR 0,8 Mrd.) Portugal, welche Unterstützung unter dem EFSF (European Financial Stability Facility) beansprucht bzw. beantragt haben.

Im Wertpapier- und Darlehensportfolio bestehen auf ein Obligo von EUR 293,9 Mio. Einzelwertberichtigungen von EUR 174,1 Mio.; dies entspricht einem Vorsorgestand von 59 %. Zusätzlich bestehen Risikovorsorgen nach § 57 Abs. 1 BWG von EUR 165,3 Mio. (Pauschalwertvorsorge) sowie § 57 Abs. 3 BWG von EUR 95,0 Mio. (Fonds für allgemeine Bankrisiken). In Summe bestehen damit Risikovorsorgen in Höhe von EUR 434,4 Mio.

Zum 31. Dezember 2010 verfügte die KF über ein Refinanzierungsvolumen von insgesamt EUR 14,3 Mrd., wobei EUR 6,1 Mrd. unabhängig von direkten staatlichen Unterstützungsmaßnahmen aufgebracht wurden.

Die KF verfügt seitens der Ratingagentur Fitch über ein langfristiges Rating von A+. Das kurzfristige Rating von Fitch liegt auf dem besten Niveau von F1+. Seit 3. März 2010 hat die KF zusätzlich ein Rating von S&P von A für langfristige und A-1 für kurzfristige Senior-Verbindlichkeiten.

Die KF verfügt über Eigenmittel von EUR 927,4 Mio.; bei risikogewichteten Aktiva von EUR 7,1 Mrd. resultiert eine Eigenmittelquote von 12,7 %. Das Kernkapital beträgt zum Jahresende 2010 EUR 544,7 Mio.; daraus ergibt sich eine Tier-1-Ratio von 7,5 %.

Das Jahresergebnis nach Steuern ist ausgeglichen. Damit werden im Jahr 2011 keine Zinszahlungen auf Ergänzungskapital oder Ausschüttungen auf das Partizipationskapital erfolgen. Die KF hat kein staatliches Partizipations- und Ergänzungskapital aufgenommen; dieses wird von privaten institutionellen Investoren gehalten.

Beihilfeverfahren bei der Europäischen Kommission

Der im Juni 2009 seitens des Bundesministeriums für Finanzen eingereichte Restrukturierungsplan bei der Europäischen Kommission wurde nach einem intensiven Prüfverfahren am 31. März 2011 genehmigt. Wesentliche Voraussetzung dieser Zustimmung war die Durchführung eines sogenannten "Impaired-Asset-Verfahrens". Dabei wurde mittels unabhängiger Gutachter die marktadäquate Bewertung der nicht strategischen Aktiva überprüft, um sicherzustellen, dass darin keine verdeckten Beihilfeelemente enthalten sind. Die KF konnte dieses Verfahren im Juli 2010 problemlos positiv abschließen.

Ausblick

Die bisherige Zielerreichung der KF liegt über den Parametern des Restrukturierungsplanes. Der Abbau von Risikopositionen in Höhe von EUR 2,4 Mrd., davon weitere EUR 1,5 Mrd. durch aktiven Verkauf bei Wahrung einer 7-%-Tier-1-Ratios, wird für das Geschäftsjahr 2011 angestrebt. Damit werden bis zum Jahresende 2011 insgesamt EUR 9,5 Mrd. an Positionen abgebaut sein. Mit weiterer Volatilität der Märkte, verstärkt durch das prozyklische Verhalten der Ratingagenturen, ist zu rechnen.

Für 2011 wird die KF Netto-Haftungsentgelte von EUR 89,9 Mio. leisten. Es wird daher auch im laufenden Geschäftsjahr kein Bilanzgewinn erwartet.

Der Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KF werden sich den gestellten Aufgaben und den im Restrukturierungsplan gesetzten Zielen weiterhin mit großem Engagement widmen.

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