Vorläufiges Jahresergebnis 2010 der Kommunalkredit Austria AG

Kommunalkredit: Erfolgreiches Geschäftsjahr 2010

Wien (OTS) -

  • Vorläufiger IFRS-Jahresgewinn EUR 24,7 Mio.
  • Erfolgreicher Ausbau des kommunalen und Infrastrukturprojektgeschäfts
  • Bestätigung des Restrukturierungsplans seitens der Europäischen Kommission
  • Ergebnis über Plan und ohne staatliche Unterstützung erreicht

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Die Kommunalkredit Austria AG (KA) hat heute das vorläufige Ergebnis für das Geschäftsjahr 2010 veröffentlicht. Im ersten vollen Geschäftsjahr nach der Spaltung der vormaligen Kommunalkredit im November 2009 hat die KA mit einem vorläufigen IFRS-Jahresgewinn von EUR 24,7 Mio. ihre Ergebnisziele übertroffen. Damit, und in Verbindung mit der formalen Genehmigung der Restrukturierung durch die Europäische Kommission am 31. März 2011, ist die Bank für die weitere Entwicklung gut positioniert.

Bilanz / Kapitalisierung

Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2010 beträgt EUR 16,3 Mrd. (2009:
EUR 18,3 Mrd.). Der Rückgang resultiert vor allem aus der plangemäßen Reduktion des Interbankgeschäftes.

Die Darlehen an Kunden (enthalten in den Bilanzpositionen "Forderungen an Kunden" sowie "Vermögenswerte zum Fair Value") betragen zum Jahresende EUR 10,4 Mrd.; unter Berücksichtigung der während des Jahres plangemäßen Tilgungen aus dem bestehenden Portfolio verbleibt ein Nettoanstieg der Kundenforderungen von EUR 403,6 Mio. bzw. 4,0 %. Der Anstieg der Kundenforderungen resultiert aus dem Ausbau des strategischen Kerngeschäftes.

Die regulatorischen Eigenmittel zum 31. Dezember 2010 betragen EUR 517,1 Mio. (2009: EUR 508,5 Mio.); die risikogewichteten Aktiva liegen bei EUR 2.611,2 Mio.; die resultierende Eigenmittelquote beträgt 19,7 % (2009: 17,7 %), das Kernkapital EUR 411,4 Mio. (2009:
EUR 409,7 Mio.), das resultierende Tier-1-Ratio per Jahresende 15,7 % (2009: 14,3 %).

Damit verfügt die KA über eine ausgezeichnete Kapitalisierung. Seit der Restrukturierung steht die Bank zu 99,78 % im Eigentum der Republik Österreich; 0,22 % hält weiterhin der Österreichische Gemeindbund.

Refinanzierungsstruktur

Die KA bezog im Geschäftsjahr 2010 keinerlei öffentliche Unterstützung. Die Refinanzierung erfolgte vollständig auf dem freien Markt, wobei das Volumen an Kundeneinlagen bei einem erfreulichen Niveau von EUR 1,6 Mrd. lag. Die Ratingstruktur mit einem Langfristrating von A sowie Baa1 von Fitch bzw. Moody's sowie einem Kurzfristrating von F1 und P-2, ebenso von Fitch bzw. Moody's, war gesamthaft mit stabilem Ausblick versehen. Das Financial-Strength-Rating wurde von Fitch auf D angehoben und liegt bei E+ von Moody's. Fundierte Anleihen sind mit Aa1 geratet. Die KA ist im Februar 2011 mit einer fundierten Anleihe von EUR 500 Mio. mit fünfjähriger Laufzeit zum ersten Mal seit der Restrukturierung wieder eigenständig auf dem Kapitalmarkt aufgetreten.

Gewinn- und Verlustrechnung

Der vorläufige IFRS-Jahresgewinn beträgt EUR 24,7 Mio. Die wesentliche Ertragskomponente ist der Nettozinsertrag von EUR 47,1 Mio. Nach einem positiven Provisionsergebnis von EUR 12,3 Mio. und einem Verwaltungsaufwand von EUR 44,3 Mio. sowie einem positiven sonstigen betrieblichen Erfolg von EUR 11,8 Mio. ergibt sich ein Jahresüberschuss vor Steuern von EUR 31,7 Mio. Nach einem Steueraufwand von EUR 7,0 Mio. beträgt der vorläufige Konzernjahresüberschuss EUR 24,7 Mio.

Im Gegensatz zum IFRS-Jahresabschluss ist das Jahresergebnis nach UGB ausgeglichen. Dies beruht insbesondere auf folgenden Komponenten:
Zum einen wurde in der UGB-Rechnungslegung eine Vorsorge nach § 57 Abs. 1 BWG (Pauschalvorsorge) in Höhe von EUR 27 Mio. gebildet. Eine derartige Vorsorge ist nach IFRS-Rechnungslegungskriterien nicht möglich. Es gab während des Geschäftsjahres keine Kreditausfälle; die Dotierung der §-57-Vorsorge dient gemäß BWG der Abdeckung bankgeschäftlicher Risiken. Insgesamt ist das Risikobild der KA stabil; 96 % des Gesamtexposures haben ein Investmentgrade- oder besseres Rating; 72 % der Obligi sind AAA/AA-geratet.

Des Weiteren wurde eine Rückstellung für kompensatorische Eigenleistungen der KA an die Republik Österreich für erhaltene Staatshilfe unter dem EU-Beihilferecht im Ausmaß von EUR 3,2 Mio. gebildet. Diese Rückstellung ist sowohl nach IFRS als auch nach UGB aufwandswirksam. Derartige Eigenleistungen sind bis zur anstehenden Privatisierung der KA auch in Zukunft zu erbringen. Zudem werden, ebenso den EU-Bestimmungen entsprechend, in dieser Periode die anfallenden Kupons auf Partizipations- und Ergänzungskapital nicht bedient.

Der Steueraufwand nach UGB beträgt EUR 1,8 Mio. In Zukunft wird von der KA neben dem laufenden Steueraufwand auch die im Geschäftsjahr 2010 beschlossene Stabilitätsabgabe an die Republik Österreich zu leisten sein. Eine vorläufige Berechnung für das Geschäftsjahr 2011 ergibt einen diesbezüglichen Aufwand von EUR 7,4 Mio. Der Aufwand für die nächsten drei Jahre, auf Basis der schon festgelegten Berechnungsparameter, wird in Summe EUR 22,2 Mio. betragen.

Ausbau des strategischen Kerngeschäftes

Die Repositionierung des Geschäftsmodells der KA und die damit verbundene Konzentration auf das kommunale und Infrastrukturprojektgeschäft machten im Berichtsjahr weiterhin gute Fortschritte. Es konnten Neuauszahlungen in Höhe von EUR 810 Mio. getätigt werden, davon entfielen 62 % auf österreichische Kreditnehmer; die verbleibenden 38 % auf Deutschland, die sonstigen EU-Nachbarländer und die Schweiz.

Das Leistungsprofil der KA umfasst insbesondere

  • Budget- und Infrastrukturberatungen
  • vielfältige Finanzierungslösungen
  • Treasury-Dienstleistungen
  • Förderungsmanagement (über Kommunalkredit Public Consulting)

Der Bank kommen dabei ihre traditionellen guten Beziehungen zu den österreichischen Kommunen sowie die zunehmend intensiven Beziehungen zu Infrastrukturerrichtern und -betreibern zugute. Die Kernsegmente im Leistungsspektrum der Bank sind

  • Soziale Infrastruktur (Pflegeheime, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen)
  • Energie & Umwelt (nachhaltige Energieträger)
  • Verkehr (Straße und Schiene)

In allen drei Segmenten konnten wichtige Initiativen umgesetzt werden. Breite Anerkennung fand die "Initiative Licht". Diese adressiert die effiziente Finanzierung von Verbesserungs- und Erneuerungsinvestitionen auf dem Sektor der öffentlichen Beleuchtung; dabei sind infolge neuer Technologien Energieeinsparungen von 50 % bis 70 %, verbunden mit Qualitätsverbesserungen, möglich; daraus ergibt sich eine rasche Amortisation derartiger Investitionen aus den eingesparten Energiekosten. Des Weiteren wurden auf PPP-Basis Pflegeheime und Schulrenovierungen finanziert. Wichtige Projekte der Verkehrsinfrastruktur wurden ebenso unterstützt. Die KA ist überzeugt, dass projektmäßig strukturierte Investitionsvorhaben stark an Bedeutung gewinnen werden, da insbesondere in Zeiten knapper öffentlicher Budgets sowie bei Erreichen der Verschuldungsgrenzen öffentlicher Haushalte eine Verbreiterung der Finanzierungsbasis sinnvoll und nützlich erscheint.

Beihilfeverfahren bei der Europäischen Kommission

Der im Juni 2009 seitens des Bundesministeriums für Finanzen eingereichte Restrukturierungsplan bei der Europäischen Kommission wurde nach einem intensiven Prüfverfahren am 31. März 2011 genehmigt. Die Zustimmung der Kommission bestätigt die eingeschlagene Geschäftsstrategie der KA.

Die zwischen der Republik Österreich und der Kommission vereinbarten Kriterien entsprechen dem Restrukturierungsplan und den in der EU üblichen Usancen für derartige Maßnahmen. Die KA hat kein staatliches Partizipations- und Ergänzungskapital aufgenommen; dieses wird von privaten institutionellen Investoren gehalten.

Wesentliche Beteiligungen

Die 90-%-Tochtergesellschaft Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC) ist der spezialisierte Anbieter für das Management von Förderungsprogrammen (insbesondere Umweltförderungen, Siedlungswasserwirtschaft, Altlastensanierung und Betriebliche Umweltförderung im Auftrag des Lebensministeriums) und Beratungsdienstleister für internationale Organisationen und Finanzinstitutionen. Dabei hat sich die KPC im Wesentlichen auf die Bereiche Entwicklung, Implementierung und Management von Förderungsprogrammen v. a. im Umwelt- und Klimaschutzbereich sowie auf den internationalen Carbon-Markt spezialisiert.

Im Jahr 2010 wurden 33.000 Einzelanträge geprüft; bei 16.000 Anträgen wurden Förderungen im Ausmaß von EUR 489 Mio., denen ein Investitionsvolumen von EUR 2,1 Mrd. zugrunde liegt, ausbezahlt.

Die 50%ige Tochtergesellschaft Kommunalnet E-Government Solutions GmbH (Kommunalnet) ist das führende Arbeits- und Informationsportal für österreichische Kommunen; 50 % halten der Österreichische Gemeindebund und Landesverbände. Kommunalnet hat über 10.000 registrierte Nutzer aus 2.115 Gemeinden und damit eine ausgezeichnete Markposition im Zielsegment.

Ausblick

Auf der breiten Kundenbasis im kommunalen Bereich sowie in enger Zusammenarbeit mit kommunalen und infrastrukturellen Projekterrichtern und -betreibern wird die KA weiterhin ihren Kunden lösungsorientierte Dienstleistungen bieten. Dieser projektbezogene Ansatz ist vor allem in Perioden knapper öffentlicher Budgets von zunehmender Bedeutung. Damit ist die KA strategisch sehr gut und zukunftsorientiert positioniert.

Die Spezialisierung auf die Segmente Soziale Infrastruktur, Energie & Umwelt sowie Verkehr und die Dynamik und der steigende Bedarf in diesen Bereichen unterstreichen diese Orientierung.

Der Vorstand und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KA werden sich dieser lohnenden Aufgabe weiterhin mit großem Engagement und hoher Einsatzfreude widmen.

Rückfragen & Kontakt:

Kommunalkredit Austria
Cornelia Schragl-Kellermayer (Kommunikation & Marketing)
Tel.: +43 (0)1/31 6 31-532 oder +43 (0)676/88 3163 532
c.schragl@kommunalkredit.at; www.kommunalkredit.at

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